Entering Active Bear Area

Death Valley - Devils Golf Court
Death Valley – Devils Golf Court

Schier endlos schlängelt sich die schwarze Teerstraße über den letzten Gebirgspass, der uns aus dem lebensfeindlichen Death Valley führt. Dornenbüsche und vereinzelt Joshua Trees markieren erste Lebenszeichen. Der auf unserer Karte verzeichnete Owens Lake erweist sich als eine schlammige, versalzene Pfütze, die als Wasserreservoir für Los Angeles herhalten musste. Gegen 10 Uhr erreichen wir am Fuße der Sierra Nevada die verschlafene Siedlung Lone Pine. Der Name hält, was er verspricht, denn tatsächlich stehen hier die ersten echten Bäume, die wir seit vielen Meilen zu Gesicht bekommen. Statt Pferden rollen riesige Pick-Up Trucks mit Cowboys durch den Ort. Sonst hat sich hier in den vergangenen fünfzig Jahren scheinbar nicht viel verändert. Nicht umsonst diente Lone Pine den Studios aus Hollywood als Drehort für zahlreiche Wildwestfilme — zuletzt Django Unchained von Quentin Tarantino.

Lone Pine

Zwanzig Zoll Schnee

Erster Halt ist das Visitors Center. Dieses versorgt Wanderer mit Bärenkanistern und Kartenmaterial, bietet aber auch aktuelle Infos zu Touren, wie zum Beispiel die auf den Mount Whitney — einen 4421 Meter hohen Granitriesen, der majestätisch in der malerischen Kulisse hinter den bunten Fassaden der Häuser thront. Ein grauhaariger, gut beleibter Ranger mit Brille mustert mich argwöhnisch und warnt: “Zu Beginn des Trails liegen sieben Zoll Schnee, weiter oben zwanzig. Du brauchst Micro-Spikes, später Steigeisen und Eispickel.” Zum Glück kann er meine Gedanken nicht lesen, denke ich. Denn im Kopf überschlage ich bereits die Zeit für den Aufstieg. “Gibt es eine Spur oder muss ich selbst spuren?”, frage ich. Seine Augenbrauen heben sich und seine Stirn liegt in Falten: ”Ich weiß von sieben Bergsteigern, die erst kürzlich den Gipfel besteigen wollten”, entgegnet er mir.

Burger und Schmalz

Unser nächster Stopp ist das Mount Whitney Restaurant, ein Saloon, der über Jahrzehnte Filmgeschichte geschrieben hat wie alles hier. Porträts mit Autogrammen von John Wayne und Marilyn Monroe verzieren die Wände des Gastraumes und der Stammtisch ist voll besetzt. Die Einheimischen mustern uns. Zwei unglaublich langsame Kerle bedienen in Zeitlupe und stellen die obligatorischen Plastikbecher mit Chlorwasser und schwimmenden Eiswürfeln auf den Holztisch. Ich bin ungeduldig, denn die Uhr tickt unaufhaltsam. Gegen 11 Uhr steht ein saftiger Burger vor mir. Judy verdrückt ein gigantisches Omelett mit einem amerikanischen Biscuit und einer Schale Schmalz zum Nachtisch. Das reicht locker für einmal rauf und runter, denke ich.

Wenige Augenblicke später quält sich unser Jeep die Kehren zum Whitney Portal hinauf, vorbei an einem Schild mit der Aufschrift: “Entering Active Bear Area”. Auf die Straße konzentriert, bemerke ich im Augenwinkel Judys schockierten Blick auf dem Beifahrersitz. “Bären sind eigentlich ganz harmlos. Sie suchen nur Futter”, bemühe ich mich ihren Blutdruck wieder zu senken. Am Whitney Portal auf 2550 Metern liegt Schnee. Da bis zum Gipfel 17 Kilometer und 1800 Höhenmeter zu bewältigen sind, werde ich voraussichtlich in die Dunkelheit laufen. Behutsam quetsche ich zwei Stirnlampen und eine warme zweite Schicht in meinen Rucksack.

Mount Whitney Trail
Mount Whitney Trail

Mount Whitney

Kurz nach 12 Uhr sind unsere Nahrungsvorräte in der bärensicheren Box hinter dem Auto verstaut und ich trabe in kurzer Hose und T-Shirt in die Wildnis. Auf sonnigen Abschnitten ist der Trail teilweise trocken, größtenteils jedoch mit Eis und Schnee bedeckt. Zunächst umgibt mich dichter Urwald. Die Laubbäume tragen ein gelbrotes Gewand, dazwischen ragen Kiefern mit mächtigen Stämmen empor, deren faustgroße Tannenzapfen wie Dinosauriereier am Boden verstreut liegen. Der Untergrund ist weich und es duftet mild nach Nadeln. Ideales Bärenrevier. Ab und zu überhole ich Wanderer mit heillos überladenen Rucksäcken, die wie Karawanen durch den Schnee ziehen. Wenig später trabe ich über ein Plateau mit rundgeschliffenen Granitblöcken der Größe von Autos. Mein Herz pocht mittlerweile im Hinterkopf. Ein Blick auf meinen Höhenmesser verrät, dass ich mich auf 3600 Metern befinde. Ich erreiche das auf einem Plateau gelegene Trail Camp. Aus der Ferne beobachten mich drei Bergsteiger, die offensichtlich bereits ihr Nachtlager aufgeschlagen haben. Es ist jetzt 14 Uhr und sie liegen wie riesige, bunte Raupen in ihren Schlafsäcken auf Granitblöcken. Bärenfutter, denke ich.

Blick hinüber zum Sequoia Nationalpark

Ein schmaler, schattiger Steig im Schnee führt über die berüchtigten 99 Kehren zu einem Grat auf über 4000 Meter. Beim Erreichen des Grates treffe ich auf den legendären John Muir Trail, der von hier bis zum Yosemite Nationalpark führt. Vor mir steht ein Holzschild mit der Aufschrift: Sequoia Nationalpark. Mehrere tausend Jahre alt werden die riesigen Sequoias, die in diesem Park wachsen. Die goldene Abendsonne wärmt mein Gesicht und lässt die endlose Berglandschaft in mystischen Farben erstrahlen. Auf der drei Kilometer langen Traverse fehlt mir der Sauerstoff. In einem Moment der Unaufmerksamkeit schlage ich mir das Bein an einem scharfen Granitstein auf und schnaufe verbissen in Richtung Gipfel. Ein französisches Pärchen wandert mir entgegen und grüßt freundlich: “Bonjours, gleich bist du oben.” — endlich vernünftige Wanderer, denn sie behandeln mich Läufer nicht wie einen Außerirdischen.

Abstieg

Das Panorama vom Gipfel genieße ich in absoluter Stille allein, nur der Wind säuselt mir leicht um die Ohren. Wie mit Puderzucker bestäubt, versinken die Nachbargipfel im Abendlicht. Im Tal hingegen herrscht trockenes, wüstenähnliches Klima. Nach wenigen Minuten trete ich den Abstieg an, denn der eisige Trail erfordert höchste Konzentration. Als die Dunkelheit hereinbricht, liegen die technischen Abschnitte hinter mir. Trotzdem verliere ich auf einem weiten Granitplateau den Trail und befinde mich wenig später im weglosen Gelände und versinke im hüfttiefen Schnee. Es herrscht tiefste Dunkelheit — shit, denke ich. Denn selbst meine extrem leistungsstarke Stirnlampe erlaubt keine Fernsicht, um mir einen Überblick vom Gelände zu verschaffen. Mein Versuch, den Rückweg zu finden, scheitert. Oberhalb einer Felswand erblicke ich jedoch den Schein zweier Lampen. Zwar kann ich die Wand nicht einsehen, höre aber die Stimmen der Wanderer ganz deutlich. Mit ausreichend Adrenalin im Blut klettere ich die Wand hinauf und befinde ich wenig später wieder auf dem Trail. Gerade nochmal gut gegangen, geht es mir durch den Kopf, während ich im Mantel der Nacht ins Tal rase.

We Toss'Em They're Awesome!

John Wayne und Pizza

Wenn die Filmstars aus Hollywood in Lone Pine übernachten, sind sie im Dow Hotel zu finden. In Zimmer Nummer zwanzig hat John Wayne übernachtet, als er hier seinen letzten Film gedreht hat. Es ist der krönende Abschluss eines Wildwesttages und ein angemessener Ort um die von Steinen und Eiskrusten malträtierten Beine zu versorgen. Gegen 19 Uhr werde ich von einer der Ledercouches in der Lobby verschluckt und genieße den Charme dieses historischen Ortes, während unsere Wäsche gegenüber im Waschsalon rotiert. Die Pizzeria auf der anderen Straßenseite scheint ebenfalls legendär: “We Toss’Em They’re Awesome!” Immerhin servieren sie nach 21 Uhr noch vernünftige Pizza.

Hightech im Miniformat — der Garmin ForeRunner 620

Der Garmin ForeRunner (FR) 620 ist das Topmodell der GPS-Uhren von Garmin. Die Uhr ist in erster Linie für ambitionierte Läufer gedacht und fällt durch ihr geringes Gewicht von 43 Gramm und ihre geringe Größe auf, was sie im täglichen Gebrauch zu einem angenehmen und unauffälligen Begleiter am Handgelenk werden lässt.

Die Signalsuche nach Satelliten benötigt beim ersten Einschalten an einem neuen Ort etwas Zeit, der FR 620 merkt sich allerdings diese Position und findet das Signal beim nächsten Lauf bereits nach wenigen Sekunden. Der GPS-Empfang während des Trainings konnte uns überzeugen. Ein Beschleunigungssensor in der Uhr ermöglicht das Training im Gebäude auch ohne GPS-Empfang.

Eine kritische Eigenschaft vieler GPS-Uhren ist ihre Akkulaufzeit. Durch das sparsame LCD-Display hält der FR 620 im Uhrmodus bis zu sechs Wochen durch. Im GPS-Modus machte er bei unserem Test nach knapp 10 Stunden schlapp. Dieser akzeptable Wert reicht für kurze Ultra-Läufe. Aufgeladen wird der Akku über eine magnetische Klammer mit vier Kontakten, die per USB mit Computer verbunden werden muss. Dabei können gleichzeitig die Trainingsdaten an Garmin Connect übertragen werden.

Die Daten lassen sich jedoch auch per Bluetooth über das Smartphone (Android & iPhone) an Garmin Connect übertragen und somit in sozialen Netzwerken teilen. Die zusätzliche WLAN-Fähigkeit erwies sich im Test als äußerst komfortabel. So konnte die Auswertung der Trainingseinheit gleich nach der Dusche nach dem Training beginnen, denn die Uhr hatte die Daten bereits selbstständig über das bekannte Heimnetz an Garmin Connect übertragen. Die Uhr muss dazu nicht einmal abgelegt werden. Weitere Sensoren können über die weit verbreitete Ant+-Schnittstelle angebunden werden. Dem FR 620 fehlt die Track-Back-Funktion sowie die Möglichkeit zur Navigation bzw. zum Nachverfolgen eines Tracks.

Ein zusätzliches Highlight des FR 620 ist sein Touchscreen. Während die wichtigsten Funktionen über Knöpfe am Gehäuse bedienbar bleiben (Training Start / Stopp), werden große Teile der Menüführung über den Touchscreen gesteuert. Das ist komfortabel, effizient und erleichtert die Menüführung erheblich. Die Steuerung funktioniert mit einem verschwitzten Körper noch recht gut, bei Regen versagt sie jedoch vollständig.

Garmin Forerunner 620
Garmin Forerunner 620

Wer einen strikten Trainingsplan befolgt, kann sich online seine Einheiten zusammenstellen und anschließend die Wochen- und Tagespläne an die Uhr übertragen. Zusätzliche Features wie Bodenkontaktzeit, vertikale Oszillation und VO2-Max sind meiner Meinung nach Spielerei und führen zu keinen nennenswerten Erkenntnissen für das Training. Im Test wurde die Uhr aufgrund ihrer Größe schnell zu einem permanenten Begleiter im Alltag. Der FR 620 deckt alle wichtigen Funktionen für Läufer ab und durch seine vielen technischen Features ist die Handhabung angenehm und nicht sehr zeitaufwändig.

GPS Uhre: Garmin Forerunner 620
Preis in € 399€ (mit HF-Gurt)
Gewicht 43g
Barometrischer Höhenmesser nein
Kompass nein
Akku-Betriebszeit mit GPS max. 10 Stunden
Akku-Betriebszeit ohne GPS 6 Wochen
Wasserdichtigkeit duschtauglich
Aufzeichnungsintervall ab 1s

Kenianer als Erster auf dem Gipfel

Mittenwald – Was für ein Rennen. Im Tal herrschten tropische
Verhältnisse, die Strecke war so lang und so schwer wie nie zuvor und
ein Kenianer holte sich den Titel. Bereits vor dem Rennen standen die
Zeichen gut, denn über 400 Läufer waren gemeldet und der Himmel war
blau, ganz ohne Wolken. “Die Temperaturen sind ideal, es herrschen
fast tropische Verhältnisse hier”, sagt Bergwacht-Chef Heinz Pfeffer.
Auf jedem, der elf Kilometer langen Strecke, steht einer seiner
Mittenwalder Kameraden für den Notfall. Außerdem gibt es fünf
Verpflegungsstellen bis zum Gipfel. “Mehr als ausreichend”, meint
Pfeffer.

Blick von der Linderspitze auf die Bergstation der Karwendelbahn
Blick von der Linderspitze auf die Bergstation der Karwendelbahn

Auch die Österreicherin Sabine Reiner ist guter Dinge, denn erst vor
einer Woche holte sie Bronze bei der Europameisterschaft im Berglauf.
“Ich lasse es auf mich zukommen”, sagt sie wenige Minuten dem Start.
“Die Temperaturen sind auch nicht zu verachten.” Pünktlich um 14 Uhr
geben der Zweite Bürgermeister Gerhard Schöner und die Biathletin
Nadine Horchler den Startschuss, und das Feld der 343 angetretenen
Läufer sprintet los. Vom Zentrum des Ortes geht es zunächst auf
flachen 1,5 Kilometern Asphalt bis zum Berg. Dort wartet dann die
erste steile Rampe, eine Teerstraße. “Da kann man sich gleich
abschießen, wenn man die nicht kennt”, erklärt der Bergläufer Stefan
Paternoster, der hier zu den großen Favoriten zählt. Anschließend
folgen die Teilnehmer etliche Kilometer einer Forststraße, bis sie auf
einen schmalen Pfad treffen. Dieser windet sich in Serpentinen durch
Latschen hinauf zur Dammkarhütte. Dort beginnt der schwierige Teil der
Strecke.

Der Kenianer Isaac Kosgei gewinnt das Rennen überraschend
Der Kenianer Isaac Kosgei gewinnt das Rennen überraschend

“Es ist eine richtige Schinderei”, beschreibt es Paternoster treffend.
“Du machst einen Schritt und rutschst einen halben zurück”, sagt der
Kenianer Isaac Kosgei später. “Jeder Meter ist so hart.” Trotzdem kann
er sich etwas absetzen und seinen Vorsprung durch den Tunnel halten.
Wenige Minuten nach 15 Uhr erreicht er als Erster das überdimensionale
Fernrohr an der Bergstation der Karwendelbahn. Doch bis zum Ziel sind
es diesmal einhundert Höhenmeter mehr. “Wer ist das?”, fragte der
Organisator Kurt König überrascht. Bisher konnten sich die Kenianer
auf dieser anspruchsvollen Strecke nicht durchsetzen. Auf dem letzten
steilen Anstieg bis zum Gipfel der Linderspitze holt der Schotte
Robbie Simpson gefährlich schnell auf und die Zuschauer toben. Am Ende
trennten die beiden nur 43 Sekunden und Kosgei gewann das Rennen in
1:06:12 Stunden. Den dritten Platz sicherte sich der Kenianer Francis
Maina Njoroge, der nicht mit dem zähen Schotten gerechnet hatte. “Ich
dachte eigentlich, ich werde Zweiter”, sagte Njoroge nach dem Rennen.

Sabine Reiner (1. Frau) und ihr Freund Stefan Hubert
Sabine Reiner (1. Frau) und ihr Freund Stefan Hubert

Während den Männern die Strecke zu schaffen machte, fühlte sich Sabine
Reiner scheinbar pudelwohl. “Es war super abwechslungsreich und hat
mit voll taugt. Ich habe nicht ein Mal auf die Uhr geschaut.” Mit
einer Zeit von 1:14:27 Stunden ließ sie ihre Konkurrenz weit hinter
sich und siegte bei den Damen. Ihr Freund Stefan Hubert lief die
Strecke außerhalb der Wertung in 1:20 Stunden zum Training mit
Rucksack. Das Paar gehört zur Weltspitze der Bergläufer und befindet
sich mitten in der Vorbereitung auf die Berglauf Weltmeisterschaft im
September in den USA.

Licht am Ende des Tunnels. “Ganz ehrlich, der Tunnel ist heftig”, sagt Sabine Reiner, nachdem sie den Tunnel durchquert hat.
Licht am Ende des Tunnels. “Ganz ehrlich, der Tunnel
ist heftig”, sagt Sabine Reiner, nachdem sie den Tunnel durchquert
hat.

Die schnellen Läufer sind allerdings nur ein kleiner Teil der
Athleten, die sich den technischen 1460 Höhenmetern stellen. Nur fünf
Teilnehmer brechen das Rennen vorzeitig ab und 338 erreichen das Ziel.
Für viele ist dieser Lauf eine große Herausforderung. “Er zählt zu den
schwierigsten Läufen im Alpenraum”, sagt der österreichische
Berglauf-Weltmeister Helmut Schmuck, der heuer erstmals mitlief. Am
Ende stand König die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. “Wir
wussten nicht, funktioniert das jetzt bis da hoch. Top. Ich habe ein
gutes Team.”

Impressionen vom Zugspitz Ultra-Trail

D-Day – auf dem Trail durch die Geschichte Europas

Annähernd 160 000 alliierte Soldaten landeten am 6. Juni 1944 an den Stränden der Normandie und führten in den frühen Morgenstunden diese Tages die größte militärische Landungsoperation durch, die die Welt bis heute gesehen hat. Das Ausmaß der Verluste bei dieser Operation überschreitet jegliche Vorstellungskraft. Am 6. Juni 1984 feierten Ronald Reagan, Margaret Thatcher, Königin Elisabeth II., François Mitterand und der kanadische Ministerpräsident Pierre Trudeau mit tausenden Veteranen den 40. Jahrestag des D-Day. Der deutsche Kanzler Helmut Kohl war zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeladen, denn die Zeit hatte die Wunden auch nach 40 Jahren nicht geheilt. Als ich im März dieses Jahres einen Anruf aus Frankreich erhielt und gefragt wurde, ob ich als deutscher Soldat für den Ultra D-Day Traillauf zum 70-jährigen Gedenken an den D-Day zur Verfügung stände, war ich mir der Bedeutung dieser Veranstaltung bewusst. Der Lauf sollte eine Gruppe, bestehend aus sieben zivilen Läufern sowie sieben militärischen Läufern aus sieben verschiedenen Nationen über 100 Meilen, entlang der fünf Landungsstrände in der Normandie führen: Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword Beach.

© Michel Dehaye
© Michel Dehaye

Prinzipiell führen Trailläufe auf schmalen Pfaden abseits befestigter Wege durch die Landschaft. Darüber hinaus sind die Strecken von Ultra-Trails länger als die hinreichend bekannte Marathondistanz von 42,195km und häufig sind Berge inklusive. So ist es nicht allzu verwunderlich, dass neben mir auch Philipp aus Bad Reichenhall und Tom aus Graz zu den Bergspezialisten dieser sehr alten Sportart zählen. Eines ist sicher: Berge gibt es in der Normandie jedenfalls nicht! Das Teilnehmerfeld des Ultra D-Day umfasst außerdem Läufer aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Belgien und aus Polen. Allesamt stehen wir am Morgen des 12. Juni im feuchten Sand des Utah Beach und wissen nicht so recht, was uns in den folgenden Stunden bevorsteht.

© Tom Wagner
© Tom Wagner

70 Jahre nach der Landung der alliierten Truppen sind die Strände sauber, die Luft ist klar und ein Meeresrauschen liegt in unseren Ohren. Es ist schwer vorstellbar, wie sich vor 70 Jahren die Landungsboote ihren Weg durch diese Wellnessoase bahnten und die Soldaten mit klatschnassen Kleidern unter ohrenbetäubendem Lärm in den Kugelhagel liefen. Nach den ersten Metern am Strand nehmen uns französische Kinder bei der Hand und geleiten uns zur Eröffnungszeremonie. Das Medieninteresse ist gewaltig und das Klicken der Kameras erreicht seinen Höhepunkt, als die Nationalflaggen der Teilnehmer zusammen mit Roland, einem der französischen Läufer, am Fallschirm einschweben. Auch die Bundeswehr ist mit einem Kamerateam vor Ort.

Endlich laufen wir los. Die 17 Kilometer bis zum ersten Versorgungspunkt sind zäh, denn die Läufergruppe orientiert sich am schwächsten Läufer — eine völlig neue Erfahrung für uns Bergläufer. Für die Versorgungspunkte wurden die bedeutendsten historischen Stellen im Küstenverlauf im Abstand von 8 bis 24 Kilometern gewählt. Der erste befindet sich nahe der Ortschaft Carentan, einer schwer umkämpften Schlüsselstelle des D-Day. Der deutsche Soldatenfriedhof La Cambe hinterlässt bei mir gewaltigen Eindruck. 21 000 gefallene deutsche Soldaten liegen hier begraben. Während ich die Namen der Gefallenen auf den schwarzen Grabsteinen innerlich laut vorlese, überkommt mich ein seltsames Gefühl, denn die Namen klingen unheimlich vertraut.

Pegasus Bridge © Michel Dehaye
Pegasus Bridge © Michel Dehaye

Nach 60 Kilometern erreichen wir einen Versorgungspunkt am Omaha Beach und erste Verschleißerscheinungen treten bei uns Läufern hervor. Der Asphaltanteil der Strecke liegt oberhalb meiner Schmerzgrenze wie auch die Inhomogenität der Gruppe. Jason aus Kanada ist überzeugter Vegetarier, kann sich nach 60 Kilometern allerdings nicht mehr beherrschen: “Ahh, I think I am not really a Vegetarian anymore.” und stopft sich genüsslich zwei Schinkenschnittchen zwischen die Kiefer. Ich blicke noch einmal in den knallroten Sonnenuntergang, drehe mich um und trabe im Schein meiner Stirnlampe in die stille Nacht.

Gegen 24:00 Uhr laufen wir mit brennenden Fackeln zum britischen Friedhof in Bayeux. Ich bin mir nicht sicher, ob der Rauch der Fackel meines Vordermannes oder die Flammen der strauchelnden Belgierin neben mir das größere Risiko darstellten, ohne Zweifel war auch nach über 80 Kilometern höchste Konzentration angebracht. Der zeremonielle Teil dieser Station ist geprägt von einem massiven Hunger- und Kältegefühl und ich kann mir nur mühevoll ein Lächeln abringen. Immer mehr Läufer zollen der Belastung Tribut und müssen pausieren, mich eingeschlossen. Wie ein Segen erscheinen uns die ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen des 11. Juni und verleihen unseren müden Knochen frische Energie für die letzten 40 Kilometer nach Caen. Erst gegen 15:00 Uhr erreichen wir die Stadt, die infolge des D-Day fast völlig zerstört wurde. Zum Zielsprint treten wir gemeinsam mit 4000 französischen Kindern an. Ihr strahlendes Lachen, die kraftvoll wehenden Nationalflaggen und die Friedenstauben am Himmel bleiben mir wohl ewig im Gedächtnis und erinnern mich daran, in welch schönen und friedlichen Zeiten wir uns in Europa befinden.

Garmin Fenix 2 – testD

Während auf den Berggipfeln die Schneereste beharrlich glänzen und der Niederschlag hoch oben noch immer in fester Konsistenz zu Boden fällt, laufe ich für euch mit den technischen Highlights der kommenden Saison über die matschigen Trails. Die robuste Allzweckwaffe unter den GPS-Uhren wurde durch die amerikanische GPS-Schmiede Garmin einer umfangreichen Überarbeitung unterzogen. Bereits vor der Markteinführung in Deutschland habe ich für euch die neue Fenix 2 unter die Lupe genommen und getestet. Was verspricht das neue Modell und was bietet es euch auf den Trails?

Auf den ersten Blick ähnelt die GPS-Uhr ihrem Vorgänger: Die Multisport-GPS-Uhr Fenix haben hatte ich bereits hier im Vergleich zu Konkurrenzmodellen vorgestellt. Das Display der Fenix 2 zeigt helle Schrift auf schwarzem Hintergrund, bei der Fenix war das umgekehrt. Leider lässt sich diese Anzeige nicht verändern. Die rote Hintergrundbeleuchtung der Anzeige beeinträchtigt deine Nachtsichtfähigkeit etwas weniger. Mich konnte diese Neuerung während des Tests überzeugen. Das Gewicht gleicht mit 85g dem Vorgänger und ist etwas höher als das der Suunto Ambit 2. Die Anordnung der Funktionen der Knöpfe am Gehäuse wurde verändert, erscheint jedoch logisch und durchdacht.

Im Lieferumfang enthalten ist ein langes Klett-Armband, das für die Befestigung an dicken Jacken gedacht ist, die du zum Beispiel beim Skifahren oder Bergsteigen im Winter trägst. Je nach Ausstattungspaket ist ein Brustgurt zur Herzfrequenzmessung im Lieferumfang enthalten. Mit dem Brustgurt lassen sich Daten wie Schrittfrequenz, Vertikalbewegung des Brustkorbes sowie Bodenberührungszeit messen. Die Auswertung erfolgt später mit Garmin Connect. In der unten gezeigten Grafik lassen sich Aufstieg und Abstieg anhand der Schrittfrequenz klar voneinander unterscheiden. Am Gipfel habe ich mir eine Pause gegönnt und bin ein paar Meter gegangen.

Schrittfrequenz und Temperatur während einer Tour
Trittfrequenz und Temperatur während einer Tour

Der Brustgurt liefert außerdem Daten zur Herzfrequenzvariabilität und ermöglicht der Uhr Aussagen zu VO2-Max, Erholungszeit und zum erzielten Trainingseffekt. So wird nach wenigen Minuten Trainingszeit bereits ein Hinweis zur aktuellen Erholungsfähigkeit gegeben. Basierend auf VO2-Max und dem eigenen Alter kann die Fenix 2 sogar deine erwartete Bestzeit bei Rennen schätzen. Die Schätzwerte stammen aus einer intern hinterlegten Tabelle, die den VO2-Max-Wert als Grundlage verwendet. Die Aussagen zur Erholungszeit und VO2-Max sind stark abhängig von der aktuellen der Tagesform und geben lediglich einen guten Hinweis, ob das aktuelle Training angebracht ist oder besser eine Pause eingelegt werden sollte.

Aktivitäten aufzeichnen

Die bedeutendste Änderung an der Fenix 2 ist der Multisport-Modus. Im Multisport-Modus werden unterschiedliche Sportarten verzugslos miteinander kombiniert. Dieser Modus eignet sich nicht ausschließlich für Triathleten, sondern ist auch für Trail-Läufer sehr hilfreich. Fährst du zum Beispiel mit dem Fahrrad zum Berg, läufst dann einen Trail und fährst dann wieder nach Hause, kombinierst du Radfahren, Trail-Running und Radfahren zu einer Aktivität mit verzugslosen Übergängen. Leider werden in der Auswertung auf Garmin Connect diese Aktivitäten wieder als einzelne Sportarten gespeichert und nicht miteinander kombiniert. Aktivitäten können jederzeit wiederaufgenommen werden. Damit werden lange, über mehrere Tage dauernde Touren als einzelne Aktivität gespeichert. Beim Langzeittest mit unserem Modell habe ich den Akku bis an die Grenze ausgereizt und damit ca. 16 Stunden aufgezeichnet. Als mich die Uhr mehrfach durch Vibration auf den niedrigen Ladezustand des Akkus aufmerksam machte, habe ich schließlich die laufende Aktivität beendet und wollte speichern. Scheinbar gibt es bei langen Aktivitäten ein Speicherproblem, denn das Display der Uhr war anschließend eingefroren und die Uhr schaltete sich automatisch ab. Auch nach erneutem Aufladen ließ sich die Aktivität nur nach mehreren Versuchen speichern. Garmin Connect weigert sich bisher beharrlich die Aktivität von der Uhr auszulesen, nur Strava verrichtet hier seine Dienste zuverlässig wie gewohnt.

Das Löschen einzelner Trainingsaufzeichnungen ist bei der Fenix 2 leider sehr umständlich gestaltet, da die jeweilige Aktivität zuvor vollständig geladen werden muss. Der Ladevorgang nimmt viel Zeit in Anspruch. Hier wäre eine Mehrfachauswahl zum schnellen Löschen die bevorzugte Lösung. Am Rechner lassen sich die Aktivitäten über USB-Port jedoch schnell und einfach löschen.

Die Fenix eignet sich hervorragend zur Navigation bzw. zum Folgen eines vorher aufgezeichneten Tracks. Das hilft euch zum Beispiel in langen Wettkämpfen, wenn ihr vor dem Start einen GPS-Track erhaltet und während des Laufes vom Weg abkommt. Leider wird bei der Aktivität “Navigation” der UltraTrack-Modus zur reduzierten Aufzeichnung nicht angeboten und dadurch reduziert sich die Akkulaufzeit von 50 Stunden auf 16 Stunden. Nutzt ihr hingegen die Aktivität Trail Running im UltraTrac-Modus, zeichnet die Fenix zwar mit etwas weniger Genauigkeit Positionsdaten auf, bietet euch hingegen 50 Stunden Akkulaufzeit.

Bei der Anpassung an die deutsche Sprache sind noch einige Nachbesserungen nötig, wie das folgende Foto zeigt:

Aufstiegsintervall ? - hier sind noch Nacharbeiten notwendig
Aufstiegsintervall ? – hier sind noch Nacharbeiten notwendig

Genauigkeit der Uhr

Der GPS-Sensor überrascht durch recht zuverlässige Daten, jedoch nicht im Gelände mit eingeschränktem Empfang. Die Uhr liefert im ersten Teil der Strecke des Madeira Island Ultra Trails (MIUT) gute Ergebnisse, jedoch stößt sie in Tunneln und im steilen Gelände nahe des Pico do Arieiro auf Probleme. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass der Beschleunigungssensor in der Uhr keine optimalen Daten bei GPS-Ausfall liefert. Die gemessenen Höhenmeter auf der 110km langen Strecke wurden durch Garmin Connect und die hinterlegten Reliefkarten von 6845m Anstieg auf 6446m Anstieg korrigiert.

Madeira Island Ultra Trail (MIUT) auf Strava

Madeira Island Ultra Trail (MIUT) auf Garmin Connect

Der Wank bei Partenkirchen sollte als zweite Teststrecke Einblicke in das Verhalten der Uhr geben. Ich lief die Strecke im Trail-Run-Modus mit folgender Konfiguration der Fenix 2:

- Data Recording: smart
- GPS-Mode: normal

und parallel dazu mit dem Garmin GPSmap 62s:

- Record Method: auto
- Recording Interval: normal

Die Ergebnisse der Aufzeichnungen seht ihr unter folgenden Links:

Berglauf auf den Wank mit Fenix 2

Berglauf auf den Wank mit GPSmap 62s

Legt man beide Tracks parallel (siehe Google Earth Bild), gibt es sowohl beim GPSmap 62s als auch bei der Fenix 2 Abweichungen vom Weg. Die Resultate sind sehr ähnlich, Unschärfen sind auf die Abstände der aufgezeichneten Punkte zurückzuführen und nicht auf den GPS-Empfang. Bei der Wallfahrtskirche St. Anton habe ich eine kurze Schleife ohne GPS-Empfang eingebaut und auch hier lieferte der Beschleunigungssensor der Fenix 2 keine vernünftigen Daten.

Vergleich GPSmap 62s (rot) mit Fenix 2 (blau)
Vergleich GPSmap 62s (rot) mit Fenix 2 (blau)

Die Höhendaten vom GPSMap 62s liegen am Gipfel des Wank näher an der tatsächlich gemessenen Höhe von 1780m. Der Streckenunterschied der beiden Geräte von ca. 500m ist bei einer Gesamtstrecke von ca. 14km bereits erheblich.

Sensoren

Bluetooth-Smart-Sensoren werden von der Uhr nicht unterstützt, jedoch ist die Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone möglich. Die Android-App Garmin Connect wartet leider noch auf das Update zur Fenix 2 und damit auf die Kompatibilität. In Kürze wird die Fenix 2 damit zur Smart Watch, die Anrufe und Textnachrichten vom Trainer oder von Freunden während des Laufens auf dem Display anzeigt. Ein Live-Tracking während deines Trainings wird dann ebenfalls möglich sein, jedoch solltest du dir unbedingt vorher über den Zuschauerkreis im Klaren sein.

Radfahrer können mit der Fenix 2 verschiedene Leistungsmessgeräte für Fahrräder verwenden, die auf ANT+ Datenübertragung basieren. Die Verwendung von ANT+ Sensoren und Bluetooth Smart Datenübertragung ist gleichzeitig nicht möglich. Das Display der Uhr ist mit bis zu drei Datenfeldern pro Seite konfigurierbar und es können mehrere Seiten pro Sportart erstellt werden. Darüber hinaus kannst du deine eigenen Sportarten konfigurieren. Diese Funktionen sind direkt an der Uhr konfigurierbar, hilfreich und sehr nützlich!

Besondere Eigenschaften

Für die Schönwetterläufer bietet die Fenix 2 die Trainingsoption “im Gebäude” und misst zurückgelegte Entfernung und Geschwindigkeit — auch ohne Fußsensor — über einen Beschleunigungssensor im Gehäuse am Handgelenk. Falls du zum Ausgleich gern schwimmst, ist die Fenix 2 sowohl in freien Gewässern als auch in der Schwimmhalle dein Trainingspartner, der dir aktuelle Geschwindigkeit, Armfrequenz und zurückgelegte Distanz anzeigt. Bitte beachte allerdings, dass die Wasserdichtigkeit der Uhr auf 5 ATM begrenzt ist und damit die Eignung zum Schwimmen stark einschränkt wird. Schnorcheln zum Beispiel und häufiges Schwimmen sind nicht empfohlen. Aus diesem Grund erhält die Uhr auch nur die Wertung “duschtauglich”. Die Fenix 2 liefert auch für alpine Skifahrer interessante Auswertungen und erkennt automatisch, wenn du den Lift verlässt und du dich wieder zur Abfahrt auf die Piste begibst.

GPS Uhren: Garmin Fenix 2
Preis in € 399€ (449€ mit HF-Gurt)
Gewicht 85
Barometrischer Höhenmesser ja
Kompass 3-Achsen-Kompass
Akku-Betriebszeit mit GPS 16-50h
Akku-Betriebszeit ohne GPS 5 Wochen
Wasserdichtigkeit duschtauglich
Aufzeichnungsintervall ab 1s (konfigurierbar)

Die Fenix 2 auf Tour

Zusammenfassung

Die Fenix 2 ist eine hochwertige und robuste GPS-Uhr für Outdoor-Sportler, die sich nicht ausschließlich auf eine Sportart beschränken und viel im Gelände unterwegs sind. Die Änderungen zum Vorgängermodell beschränken sich auf Funktionen, die besonders für Multisportler interessant sind und nur in geringem Umfang auf die Hardware der Uhr. Wie alle GPS-Uhren dient sie nicht zur reinen Navigation und ersetzt die Papierkarte nicht. Die Zuverlässigkeit der Uhr ist verbesserungswürdig; bei langen Aufzeichnungen trifft die Fenix ganz schnell auf ihre Grenzen. Beim Speichern, Laden und Auslesen von Daten hatte ich mehrfach Probleme. Der Empfang der Uhr ist zufriedenstellend, konnte allerdings in Gelände mit geringem Satellitenempfang nicht vollständig überzeugen. Auch der Beschleunigungssensor am Handgelenk konnte den fehlenden GPS-Empfang nicht kompensieren. Die lange Akkulaufzeit im UltraTrack-Modus ist besonders bei langen Distanzen hilfreich und ebenso schätze ich Möglichkeit Einstellungen an Aktivitäten an der Uhr selbst vornehmen zu können.

Die Informationen in diesem Test stammen aus meinen eigenen Erfahrungen, Produktbeschreibungen des Herstellers sowie vom herausragenden Blog von Ray Maker. Falls ihr falsche oder unvollständige Informationen in meinem Beitrag findet, bin ich für euren Hinweis dankbar.

Die Königsrunde

Der Herzogstand — kein anderer Münchner Hausberg bietet einen vergleichbaren Ausblick. Am Fuße des Berges liegt Kochel, dessen gleichnamige Kalksteinfelsen von der internationalen Kletterelite hoch geschätzt werden. Gleich dahinter breitet sich das flache Voralpenland bis zum Münchner Olympiaturm aus. Vom Pavillon auf dem Gipfel lässt sich heute noch erahnen, was König König Ludwig II. bewegte, diesen Berg zu seinem Lieblingsberg zu wählen. Die Gipfeltour zum Herzogstand lässt sich mit der Gratüberschreitung auf den Heimgarten zu einer Laufrunde der Extraklasse kombinieren. Aber Vorsicht! Die Wanderzeit auf dieser Strecke ist mit mehr als sechs Stunden angegeben und der Gratweg ist ausschließlich für trittsichere und geübte Läufer ratsam.

Anfahrtsbeschreibung

Von München kommend, fährst du zunächst nach Kochel am Kochelsee, passierst das Walchenseekraftwerk mit den markanten Wasserröhren und fährst die Serpentinen hinauf bis über die Passhöhe zwischen Kesselberg und Herzogstand. Weiter fährst du am Ufer des Walchensees bis zur Talstation der Herzogstandbahn. Die Talstation ist ebenfalls mit dem Bus aus Kochel erreichbar. Der Parkplatz vor der Bahn ist der Ausgangspunkt für unsere Laufrunde.

Der Grat hinüber zum Herzogstand mit dem Pavillon auf dem Gipfel
Der Grat hinüber zum Herzogstand mit dem Pavillon auf dem Gipfel

Wegbeschreibung

Am nordöstlichen Ende des Parkplatzes beginnt unser Trail. Dieser traumhafte Singletrail führt dich bei mäßiger Steigung und herrlichem Blick über den Walchensee durch den bewaldeten Südhang des Berges. Im Sommer ähneln die bunten Segler auf dem See kleinen Papierfähnchen, die ausgelassen im Wind tanzen. Nach ca. vierhundert Höhenmetern erreichst du eine felsdurchsetzte Passage und passierst einen Wassergraben. Dieser führt nicht zu jeder Jahreszeit ausreichend Wasser! Nach weiteren vierhundert Höhenmetern und zahlreichen Serpentinen erreichst du recht unverhofft den Berggasthof Herzogstand. Vorbei am Berggasthof und den japanischen Touristen querst du anschließend unterhalb vom Martinskopf (1675m) hinüber in die von Latschen durchwachsene Südostflanke des Herzogstandes. Nach wenigen Kehren und weiteren unbeholfenen Bahntouristen stehst du zunächst am Gipfelkreuz und anschließend am Pavillon des Königs (1731m).

Am Pavillon bietet sich dir ein herrlicher Rundblick über das weitreichende Alpenvorland, die strahlend blauen Seen und die gewaltige Alpenkulisse im Süden. In westlicher Richtung erkennst du den Gratweg und in dessen Verlängerung den Gipfel des Heimgartens. Leicht unterhalb des Gipfelpavillons befindet sich der Zugang zum Gratweg. Gleich zu Beginn erwarten dich etwas steilere Passagen, die du jedoch ohne Probleme meistern wirst. Falls nicht, dreh um! Im ständigen Auf und Ab, mit Drahtseilen gesichert, führt dich der Grat hinüber zum Heimgarten, dessen Gipfel du nach einem kurzen aber steilen Anstieg durch Latschengebüsch mühelos erreichst. Das glänzende Gipfelkreuz des Heimgartens strahlt im Abendlicht besonders schön.

Vom Gipfel begibst du dich in südlicher Richtung zur Heimgarten-Hütte, die nur im Sommer bewirtschaftet ist. Vorbei an der Hütte, folgst du dem schmalen und felsdurchsetzten Pfad durch dichten Wald hinab in Richtung Süden zur Ohlstädter Alm. Über die Almwiese, vorbei an einer Viehschleuse passierst du die Ostseite des Rotwandkopfes, weiter in südliche Richtung, leicht bergauf. Nachdem der Weg abrupt in Richtung Osten abknickt, führt er dich über kurze und gut laufbare Serpentinen bergab bis zum Rotwandgraben. Dem Weg neben dem Rotwandgraben folgst du, bis der Parkplatz der Herzogstandbahn ausgeschildert ist.

Als abschließendes Highlight der Tour empfehle ich diesmal keine Einkehr mit Kaffee und Kuchen, sondern ein erfrischendes Bad im Walchensee. Besonders in den Sommermonaten ist das für mich der krönende Abschluss dieser Tour.

Am Ufer des Walchensees mit Blick auf den Herzogstand
Am Ufer des Walchensees mit Blick auf den Herzogstand

Zeitansatz

Schnelle und erfahrene Läufer sollten für diese Tour mindestens zwei Stunden ansetzten. Weniger schnelle und weniger erfahrene Läufer sollten für die Tour ca. 3-4 Stunden einplanen. Bitte denkt an die obligatorische Ausrüstung, die ihr in den Bergen jederzeit mitführen solltet:

Ausrüstung

- wasser- und winddichte Jacke mit Membran
- wärmende zweite Schicht
- Erste-Hilfe-Päckchen
- Notlampe
- Nahrung / Wasser

Tourdaten

Link zu den Tourdaten auf Strava.com

Viel Spaß und vielleicht sehen wir uns auf dem Trail!

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