Vorschau: Tor des Geants 2016

Courmayeur –  Tor des Geants (TDG) ist ein echtes Abenteuer, das mehr von seinen Läufern abverlangt als Training. Extreme Willensstärke und Durchhaltevermögen sind nötig, um die 338 Kilometer und 24 000 Höhenmeter der Haute Route des Aostatals in Italien zu bewältigen. An der ersten Austragung in 2010 nahmen bereits 330 Läufer teil. Innerhalb weniger Jahre erreichte das Rennen enorme weltweite Aufmerksamkeit, so dass 2016 insgesamt 828 Teilnehmer aus 71 Ländern angetreten waren.

Tor des Geants ist einzigartig, denn die Läufer erleben die wilde Landschaft des Aostatals, werden mit einer ungeahnten Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen und nicht zuletzt mit ihrem eigenen Selbst konfrontiert.

Strecke Tor des Geants  © 2016 Google
Strecke Tor des Geants
© 2016 Google

Die Strecke beginnt am Fuße des Mont Blanc in Courmayeur und führt über 25 Bergpässe über 2000 Meter und durch 34 Gemeinden. Insgesamt sind 24 000 Höhenmeter Anstieg und genauso viel Abstieg zu bewältigen. Auf ihrem Weg begegnen ihnen die Giganten der Alpen: Monte Rosa, Mont Blanc, Matterhorn und Gran Paradiso. “This is a route FOR giants OF giants”, sagte Alessandra Nicoletti, die Präsidentin von Valle’d Aosta Trailers.

Tor des Geants
Distanz: 338 Kilometer
Auf- und Abstieg: 24 000 Höhenmeter

© Jeantet Stefano
© Jeantet Stefano

Laufsteg der Bergziegen

Am Abend vor dem Lauf werden die Top-Favoriten im Zentrum von Courmayeur vorgestellt. Die Veranstaltung ähnelt einer Modenschau, nur das die Models bis auf den schmalen Körperbau nichts mit Modemodels gemein haben. Sie sind braun gebrannt, ihre Haut wirft Falten und ihre Körper sind drahtig. Ihr Laufstil ist dynamisch und voller Energie. Am meisten faszinieren mich jedoch die leuchtenden Augen vieler dieser Athleten. Sie sind gekommen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen – dem Laufen in den Bergen. Sie sind die Weltelite der Ultraläufer, die Bergziegen dieses Planeten, und sie werden morgen mit mir in Courmayeur an der Startlinie stehen. Ich habe viel Respekt vor diesem Rennen und vor diesen Gegnern, doch es freut mich ebenso mit ihnen diese Leidenschaft zu teilen. Ein Abenteuer steht bevor, ich bin bereit.

GAP Pub Run

Jeden Mittwoch um 19 Uhr treffen sich auf dem Rathausplatz von Garmisch-Partenkirchen Läufer zum GAP Pub Run. Der gemeinsame Lauf führt nicht – wie von einigen erhofft – von Kneipe zu Kneipe, sondern über feinste Trails der Garmischer Hausberge. Erst im Anschluss steht eine kühle Erfrischung im Irish Pub auf dem Programm.

Gestern konnten die 29 Jungs und Mädels auf einer Sieben-Kilometer-Strecke die neuen Modelle der Adidas Terrex Serie ausprobieren. Mit dabei war unter anderem der schottische Laufprofi Robbie Simpson, der derzeit in Mittenwald lebt und trainiert.

Eingeladen ist jeder, der Lust und Laune hat. Informationen zum Lauf findet ihr auf der Webseite von Sport Conrad.

Zane Grey 50 – The United Trails of America

Wer kennt schon den härtesten 50-Meilen-Lauf der USA? Als ich vor drei Jahren durch die menschenleere Prärie Arizonas fuhr, hatte ich keinen Schimmer vom Zane Grey 50 Mile Endurance Run. Auf meiner Reiseroute vom Grand Canyon nach Phoenix bog ich irgendwann einfach vom Highway ab und fuhr in Richtung Nirgendwo. Die Wüstenlandschaft verwandelte sich in goldgelbe Grasflächen und später in endlose Kiefernwälder. Vereinzelt standen Bauernhöfe in der Landschaft. Davor parkten oft bullige Pick-Up-Trucks und ein paar Pferde. Dieses Bild entsprach exakt meiner Vorstellung vom Wilden Westen.

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Irgendwann rollte mein Wagen durch die Siedlung Pine – der Ortsname beschreibt die Lage sehr anschaulich. Pine ist umgeben von einem Meer aus Kiefern mit einem Hauch Wildnis: Bären, Elche, Pumas und Klapperschlangen sind hier zu Hause. Pine ist außerdem der Ausgangsort des Zane Grey Highline-Trail. Im Zentrum des Ortes steht der Sidewinder Saloon. Statt Pferden parkten davor riesige Pickup-Trucks und auf Hochglanz polierte Harley-Davidson-Motorräder. Im Saloon herrschte reghaftes Treiben. Die kernigen Bardamen hinter dem breiten Holztresen bedienten ihre Cowboy-Kundschaft in Arbeitsklamotten und mit großen Hüten. “Was willst du, Kleiner?”, rief mir eine der Ladys entgegen? “Ein Sidewinder-Burger mit Coke”, antwortete ich möglichst selbstbewusst.Bloß nicht auffallen, sonst gibt’s hier gleich ne Schießerei, dachte ich. Ich konnte nicht wissen, dass mir gleich einer der saftigsten Burger der Staaten serviert würde. Damals war ich am Vortag des Rennens in Pine, konnte aber keine Läufer oder Anzeichen einer Laufveranstaltung erkennen. Fasziniert vom wilden Charme dieser Gegend, kehrte ich nach Deutschland zurück. Zu Hause angekommen, erkannte ich, welchem Juwel ich da begegnet war.

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Die Renndaten:

  • 50 Meilen (etwa 80 Kilometer)
  • 10 000 feet (3048 Meter) Anstieg
  • 9 000 feet (2743 Meter) Abstieg
  • Streckenrekord: 07:51:07 Dave Mackey

Der schwierigste, härteste und schönste 50-Meilen-Lauf

Der Zane Grey Highline Trail ist kein Rundkurs; er führt entlang der Mogollon-Kante, der Südwestkante des Colorado-Plateaus, durch die endlosen Kiefernwäler Arizonas. Zane Grey war ein amerikanischer Schriftsteller und Frauenheld, der zwischen 1923 und 1930 regelmäßig Zeit in seiner Blockhütte in diesen Wäldern verbrachte. Die Laufstrecke ist technisch schwierig und das Wetter unterliegt extremen Schwankungen. “Läufer müssen sich auf unbeständige Bedingungen einstellen: Hitze, Kälte, Regen, Hagel, Blitze und Flussdurchquerungen”, schreibt der Veranstalter.

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Von den 17 Athleten, die 1990 bei der Premiere am Start standen, erreichten nur sechs das Ziel. Passend dazu lautet der erste Punkt im Reglement: “No whining!” Sympathisch, nicht? Vereinzelt mischen sich auch Spitzenläufer in das limitierte Teilnehmerfeld von etwa einhundert Läufern: Scott Jurek, Karl Meltzer, Nikki Kimball oder Tony Krupicka sind alle Finisher des Zane Grey 50. Krupicka schreibt auf seinem Blog zum Rennverlauf: “Ich habe mindestens zwei Dutzend Elche gesehen (sehr cool) und die erste von zwei Klapperschlangen, über die ich spontan springen musste, da sie auf dem Trail lag (nicht so cool).”

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Nach mehreren Anläufen konnte ich 2016 endlich einen Startplatz ergattern. Beim Check-In kam mir einer der Athleten bekannt vor und ein Blick auf die Teilnehmerliste bestätigte meine dunkle Vermutung: Hal Koerner war am Start, Sieger von Hardrock 100 und Western States. Kurzerhand überwarf ich den Plan einer Fotoreportage zum Ärger des Chefs dieses Magazins und verbannte die Spiegelreflexkamera zur Gewichtsoptimierung aus dem Rucksack.

Der Rennstart am frühen morgen ließ ein Hotelzimmer überflüssig erscheinen und ich entschied mich für die Variante Zelt hinter der Startlinie. Statt Carbo-Loading zog ich ein Burger-Loading im Sidewinder-Saloon vor, was sich schlussendlich positiv auf den Rennverlauf auswirken sollte.

Das Rennen

Um fünf Uhr morgens stand ich mit überraschend leichtem Rucksack und 132 Amis am Start. Renndirektor Joe Galope entschuldigte sich für die Renovierungsarbeiten am Trail: “Früher mussten Läufer über mehr als einhundert Baumstämme klettern, für euch sind es vielleicht zehn.” Mit dem schlechten Gewissen eines Warmduschers trabte ich im Schein meiner Stirnlampe los. Unmittelbar war volle Konzentration gefragt, denn ein schmaler Singletrail führte uns durch feinsten Steinsalat. Ich hing an der Gruppe mit Hal und beobachtete neugierig, wie sich ein Läufer hektisch vor mich drängelte und dabei völlig unkontrolliert über die Steine stolperte. Völlig irre diese Taktik, dachte ich genervt und überholte ihn bei der nächstbesten Gelegenheit. Danach sah ich ihn nie wieder.

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In zwei Stunden hatten wir bereits zwanzig Kilometer hinter uns gebracht und erreichten den zweiten Verpflegungspunkt. Auf einem Klapptisch stand Wasser, Iso, Chips, Kekse, Kartoffeln und Obst. Mit dem ersten Schluck aus der frisch gefüllten Trinkflasche wurde ich unangenehm daran erinnert, dass die Amerikaner nicht nur ihre Hühner chloren. Der Geschmack von Leitungswasser ist gewöhnungsbedürftig und der von Iso so scheußlich, dass ich Angst hatte, die Pflanzen sterben, wenn ich es wegschütte.

Lange Zeit lief ich allein, passierte ab und zu einen Läufer und war irgendwann auf Position zwei. Der schmale Pfad war oft kaum erkennbar im Gras versteckt und zwischendurch immer wieder mit technischen Leckerbissen gespickt. Erkennbar war, dass einige Abschnitte durch Pflegearbeiten deutlich entschärft wurden, was die Rekordzeiten aus den vergangenen Jahren noch respektvoller erscheinen ließ. Die Arbeiten haben den Trail allerdings auch verlängert, was sich erst im Rennverlauf herausstellte.

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So wurden die letzten Kilometer zur Belastungsprobe. Scheinbar an jedem Checkpoint erhöhte sich die Renndistanz und das Ziel rückte immer weiter in die Ferne. Als ich am letzten Checkpoint genüsslich ein Wassereis lutschte in der Hoffnung auf einen Brain-Freeze, raste die erste Frau an mir vorbei und verwies mich auf Platz drei. Immerhin konnte ich diesen bis ins Ziel retten.

Den Zieleinflauf auf dem Parkplatz bei Christopher Creek würden wir Europäer als unspektakulär beschreiben, es war schließlich kaum einer da. Zuschauer? Fehlanzeige! Da stand ein Campingtisch mit belegten Broten, Kuchen und Softdrinks und ein paar Klappstühle. Genüsslich versank ich in einem Stuhl, öffnete einen zuckersüßen Softdrink und begrüßte mit den anderen die nächsten Finisher. Diese familiäre Atmosphäre ist sicher nicht jedermanns Sache. Es gibt keinen tosenden Applaus, keine staunenden Gesichter, keine Menge, nur Gleichgesinnte. Bevor ich überhaupt an eine Post-Race-Dusche dachte, saß ich im verschwitzten Rennoutfit im Sidewinder-Saloon und erwiderte genüsslich: “Einen Sidewinder-Burger und ein Bier bitte.”

Eisenzeit – Eine neue Route auf die Zugspitze

Seit mittlerweile zwei Jahren existiert die neue Route Eisenzeit durch die Nordwestwand der Großen Riffelspitze. Im losen Wettersteinschotter mit Kletterstellen bis zum IV. Grad UIAA und durchaus anspruchsvoller Wegfindung ist sie erfahrenen Alpinisten vorbehalten. Touren können natürlich auch bei lokalen Bergführern gebucht werden. Ursprung der Tour ist der Steig der Bahnarbeiter, die vor etwa achtzig Jahren an der Zugspitze ihre Arbeit verrichteten. Ihre Spuren sind nicht zu übersehen, die alten Leitern und Drahtseile hängen noch heute mehr oder weniger fest in der Wand.

Die historische Route führt von der Bahnstation Riffelriss bis zu den Tunnelfenstern der Bauarbeiter der Bahn. Hier durchquert man deren ehemaligen Schlafraum und Kantine. Von da an führt die Route von Bergführer Michael Gebhardt hinauf zur Riffelnordwand. Ausstieg ist auf dem Nordostgrat der Riffelwandspitze, der bis auf die Zugspitze führt. Von da an klettert man jedoch nicht weiter, sondern seilt auf den Höllentalsteig ab und folgt diesem bis zum Gipfel der Zugspitze.

Eine ausführliche Tourenbeschreibung von Bergführer Michael Gebhardt und Olaf Perwitzschky findet ihr ihr auf der Seite der Zeitschrift Alpin.

Benediktenwand-Überschreitung

Die Überschreitung der Benediktenwand von Lenggries bis zum Kesselberg ist ein echter Leckerbissen unter den langen Wandertouren im bayerischen Voralpenland. Vor Jahren schwärmte mein Lauffreund Basti Haag von der kompletten Überschreitung: Lenggries bis nach Garmisch-Partenkirchen, die sogar von einigen Wanderern als 24-Stunden Gewalttour unternommen wird. Dieser erste Teil der Strecke führt über die Benediktenwand bis zum Kesselberg und eignet sich als langer Lauf für Trail-Läufer.

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Hier die Tourdaten

Distanz: 28 Kilometer
Anstieg: 2370 Höhenmeter
Abstieg: 2070 Höhenmeter

Wegbeschreibung

In Lenggries lauft ihr in Richtung der Seilbahn und dann hinter der Talstation auf den Wanderweg aufs Brauneck. In der Bergstation solltet ihr eure Wasservorräte auffüllen. Am Gipfel angekommen, führt ein Weg auf dem Bergrücken über Stangeneck und Achselköpfe auf die Benediktenwand. Die Passagen kurz vor der Benediktenwand sind technisch anspruchsvoll und mit Drahtseilen versichert. Weiter geht es über einen traumhaften Trail zur Pessenbacher Alm mit Bergwachthütte, an der Wasser aufgefüllt werden kann. Der Anstieg zum Schwarzeck und Rabenkopf ist schmal und steil. Weiter über die Kochler Alm zum zähen Anstieg auf den Jochberg. Der Abstieg zum Kesselberg gleicht dann einer Wanderautobahn.

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Tourdaten auf Strava

Meine Ausrüstung

  • Wasser und Elektrolyte,
  • Notfallpaket,
  • Verpflegung,
  • die nötige Bekleidung,
  • Telefon,
  • Karte und GPS

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Überschreitung des Estergebirges

Es gibt diese Liste an Strecken, die ich seit Jahren mit mir herumtrage. Direkt vor meiner Haustür liegt eine fantastische Landschaft mit traumhaften Trails. Einige ganz besondere ziehen sich wie ein roter Faden durch das Gebirge. Ausreichend Zeit, die entsprechende Fitness und die nötige Bergerfahrung sind hilfreich, um diese kleinen Abenteuer sicher zu überstehen. Bisher fehlte mir leider immer eine der drei Voraussetzungen. Gäbe es das Buch 1000 Trails before you die, dann müsste ein Eintrag wie folgt aussehen:

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Überschreitung des Estergebirges

Entlang der Straße von Eschenlohe in Richtung Garmisch-Partenkirchen thront das Estergebirge als mächtige Wand über dem Loisachtal. Kaum vorstellbar, dass sich durch diese steilen Flanken zahlreiche Steige winden und dass sich dahinter eine sattgrüne Hochebene befindet, die Landwirte als Weide für ihre Tiere nutzen.

Die Überschreitung des Estergebirges führt über die Hauptgipfel entlang dieses Gebirgskammes von Eschenlohe nach Partenkirchen. Die Tour bietet bezaubernde Tiefblicke ins Loisachtal und Weitblicke ins Karwendel und Wetterstein. Als Versorgungsstützpunkt für bayerische Spezialitäten liegt die Weilheimer Hütte am Fuße des Krottenkopfes direkt auf der Strecke.

Der Pfad ist steinig, technisch anspruchsvoll und vor allem lang. Die oft als Zwei-Tages-Wanderung geplante Tour kann als langer Lauf in einem Tag absolviert werden. Auf Zeitangaben verzichte ich, da diese stark von der eigenen Leistung und den Wetterverhältnissen abhängen.

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Tourdaten

Distanz: 28 Kilometer
Anstieg: 2700 Höhenmeter
Abstieg: 2600 Höhenmeter

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Wegbeschreibung

Von Eschenlohe über den Hahnbichelsteig auf die Hohe Kisten, dann über die Weilheimer Hütte und Krottenkopf über den Bischof auf den Fricken. Der Abstieg vom Fricken ist schmal und mündet in den letzten zähen Anstieg auf den Wank. Vom Wank führt ein gut ausgebauter Steig ins Tal nach Partenkirchen.

Strava-Aktivität mit GPX-Track

Meine Ausrüstung

  • Wasser und Elektrolyte,
  • Notfallpaket,
  • Verpflegung,
  • die nötige Bekleidung,
  • Telefon,
  • Karte und GPS

Cape Wrath Ultra – Erste Etappe

Erstmals bewältigen 95 Läufer in acht Tagen 400 Kilometer in den entlegenen schottischen Highlands und laufen bis zum nordwestlichsten Punkt Schottlands: Cape Wrath. Das Rennen ist ein Expeditionsrennen ohne Support und Markierungen auf der Strecke. Nur im Camp, nach jeder Etappe gibt es Essen. Das Gepäck wird von Camp zu Camp transportiert.

Schottland — Die heutige Auftaktetappe war für alle 95 Läufer in Vorgeschmack auf den Rest der Strecke. Ruhig und kontrolliert sind viele die 36 Kilometer angegangen.

Mit einer Fähre überqueren die Teilnehmer das erste Loch (schottisch für See) und gelangen zum offiziellen Start.
Mit einer Fähre überqueren die Teilnehmer das erste Loch (schottisch für See) und gelangen zum offiziellen Start.

Spätestens nach 30 Kilometern waren alle Füße nass, da der Trail zum Bach wurde. Als ich beinahe auf eine Kreuzotter getreten bin, meinte Andrew Clarke, ein Kamerad aus der britischen Armee, zu mir: “Wow, da hast du aber Glück gehabt. Viele Briten, die hier wandern, sehen in ihrem ganzen Leben keine dieser Schlangen.” Ja, Glück gehabt, dachte ich da.

Über Nacht werden die Schuhe sicher nicht trocken.
Über Nacht werden die Schuhe sicher nicht trocken.

Im Zeltlager trage ich nun alle zehn Minuten meine Schuhe in die Sonne und aus dem Regen, um die 57 Kilometer morgen mit halbwegs trockenen Füßen zu starten. Morgen führt uns die Strecke in absolut isolierte Gebiete durch teils wegloses Gelände.

  1. Mann – Marcus Scotney in 2.45h
  2. Frau – Ita Marzotto in 3.5 7h

Kleine Anektode: Heute morgen musste eine Läuferin sechs Flaschen Desperados aus ihrem Drop-Off-Bag nehmen, da ihr Drop-Off-Bag das Gewichtslimit überschritten hat.

Fotoausrüstung: Canon 5DS, EF 16-35 F4

Radtour durch die Vulkanlandschaft

Was macht ihr als erstes, wenn ihr in einem fremden Land ankommt? Richtig, ihr sucht einen WiFi-Hotspot, geht zu Craigslist und kauft ein gebrauchtes Fahrrad. Warum? Dazu später mehr.

Für 99 Dollar war ich stolzer Besitzer eines Rennrades, das umgehend im Kofferraum meines Leihwagens verschwand. Zum Glück sind auch die Kleinwagen in den Staaten grundsätzlich etwas größer als unsere europäischen Pendants.

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Gestern wollte ich meinen neu erworbenen Drahtesel endlich ausprobieren, denn so viel Vertrauen hatte ich in das alte Gefährt dann doch nicht und Überraschungen sind nicht immer willkommen. Kurzerhand fuhr ich auf einen Parkplatz etwas außerhalb von Flagstaff, packte das Rad aus und es konnte losgehen. Leider war das Sattelrohr etwas zu kurz. Folglich saß ich wie eine eierlegende Ente auf dem Rad und rollte zunächst noch frohen Mutes über die amerikanische Landstraße. Nach knapp zehn Minuten fühlte sich mein Drahtesel bereits an, als ob der Esel mit dem Schwanz wackelt. Ein Blick auf das Hinterrad sorgte für Ernüchterung: Der Hinterreifen war dabei sich auszulösen. Kurzerhand machte ich kehrt und rollte zurück in Richtung des rettenden Autos. Etwa 500 Meter vor dem Parkplatz gab es einen lauten Knall und der Hinterreifen war endgültig platt.

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Schiebend entschloss ich: Also gut, das Rad muss zur Reparatur. Per GPS machte ich eine Radwerkstatt ausfindig. Meine Bestellung lautete: “Bitte zwei neue Reifen, zwei Schläuche und eine Sattelstütze.” Die Jungs staunten nicht schlecht beim Anblick meiner Reifen, halfen aber umgehend.

Etwas später startete ich den zweiten Versuch in der Nähe vom Sunset Crater. Eine reizvolle Schleife durch die Kraterlandschaft wäre circa 80 Kilometer lang. Da noch fünf Stunden bis Sonnenuntergang waren, dachte ich: machbar!

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Das Rad rollte mit den neuen Reifen gut bergab, doch bergauf kam ich nicht in Schwung. Scheinbar war das Problem weniger der schwere Stahlrahmen oder die aktuelle Höhe von über 2000 Metern, sondern eher die ineffiziente Mechanik und die kurzen Kurbeln. Als ich nach einer Stunde erst zwanzig Kilometer zurückgelegt hatte und von meiner halbgrünen Lavalandschaft in die Painted Desert — eine Wüste im Nordosten Arizonas — rollte, schaltete ich beim GPS neben Gesamtanstieg auch Gesamtabstieg dazu. Die offenbarte einiges: Bisher hatte ich etwa 150 Meter Anstieg bewältigt aber tatsächlich schon 500 Meter Abstieg. In Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit und meiner Wasservorräte von einem halben Liter, entschied ich mich zum kontrollierten Rückzug.

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Mit der längeren Sattelstütze schniefte ich im Ententempo die Hügel hinauf zurück, natürlich mit Gegenwind. Es roch nach Kiefern und zu beiden Seiten erstreckte sich eine schwarze, wilde Lavalandschaft mit Kiefernhölzern und trockenen Büschen. Das Gras flimmerte goldgelb im Sonnenlicht und ich stellte mir vor, wie hier diese riesigen Büffel grasen — das ist der Wilde Westen! Die Schaltung meines Rades ratterte, aber funktionierte tadellos und ich kam voran. Wenige Kilometer vor meinem Auto erstarrte ich förmlich auf dem Rad. Direkt vor mir gleitet eine Schlange mit einem guten Meter Länge gemütlich über die Straße.

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Kurzerhand flog mein Drahtesel auf die Seite und ich lief in sicherem Abstand mit Kamera in der Hand hinter dem Reptil her. Ein Teleobjektiv hätte ich hier dem Weitwinkel vorgezogen. Unbeeindruckt setzte sie ihren Weg fort und ich fragte mich: Was zur Hölle ist das für eine Schlange? Das Muster ähnelte meinen Erinnerungen an eine Klapperschlange, aber die Klapper fehlte. Wie praktisch, dass nach wenigen Kilometern ein Besucher-Zentrum am Weg lag, wo ich nachfragen konnte. Es handle sich um eine Gopher-Snake, teilte mir die junge Frau mit — nicht giftig. Am Auto angekommen, packte ich den Drahtesel weg und trank den letzten Tropfen Wasser aus — Test bestanden, dachte ich.

Sedona: Long Canyon Trail #122

Was macht ihr unmittelbar vor einem Rennen? Es gibt Läufer, die legen einfach ihre Beine hoch und ruhen sich aus. Ich kann das nicht. Was spricht schon gegen einen lockeren Dauerlauf, richtig? Am Samstag laufe ich den Zane Grey 50 in Arizona und in dieser Gegend kann ich einfach nicht still sitzen, sondern muss raus.

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Nach meiner Ankunft in Phoenix fahre ich weiter nach Sedona. Das hat den praktischen Vorteil, dass die Lebensmittel im Auto nicht täglich mehrfach ultrahocherhitzt werden, denn Sedona liegt auf über 1300 Metern Höhe und ist wesentlich kühler und überschaubarer als Phoenix. Sedona ist bekannt für seine roten Sandsteinformationen, die damit verbundenen Outdooraktivitäten, Kunst und Spiritualität.

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Long Canyon Trail

Karten und aktuelle Informationen zur Umgebung erhaltet ihr von der Touristen-Information direkt im Ortskern. Etwa zwei Meilen außerhalb beginnt der Long-Canyon-Trail, für mich der Trail der Wahl. Parken könnt ihr am der Straßenrand in der Nähe des Trailheads. Den Trailhead findet ihr vielleicht mit einer der Skizzen, sicher aber mit einem GPS-Gerät und aktueller Karte. Der Trail selbst ist gut beschildert.

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Die Beschreibung ist leicht: Vom Start lauft ihr etwa sieben Kilometer leicht bergauf in den Canyon hinein. Zu beiden Seiten verengt sich der Canyon zusehends, Blumen verzieren den Pfad und mächtige Sandsteinwände ragen empor — ein Traum. Der Trail schlängelt sich allmählich dahin und wird gegen Ende etwas schmaler. Gerade als die Schlucht richtig eng wurde, lief ich direkt in eine Herde Wildschweine. Nicht nur die Schweine waren sichtlich genervt. Am Ende des Canyons dreht ihr einfach um und lauf die gleiche Strecke zurück. Die Wildschweine fanden das zweite Treffen gar nicht lustig.

Daten zum Trail findet ihr auf Strava.

Übernachten könnt ihr auf einem der nahegelegenen Campingplätze oder in den Motels/Hotels vor Ort. Vorsicht: Im April kann es nachts noch kalt werden, ich hatte morgens ganze zwei Grad Celsius.

Interview: Trail Running in China

Diese Woche habe ich mich mit Florian über das Thema Trail-Running in China unterhalten. Das Interview möchte ich euch nicht vorenthalten:

Thomas Bohne: „Chinesen wollen keinen Asphalt mehr unter den Füßen”

Thomas Bohne: „Chinesen wollen keinen Asphalt mehr unter den Füßen"
© Judy Ng

Thomas is a German Trail Runner, Course Director for Ultra-Trail Races and a Journalist.