Cape Wrath Ultra: Das große Scheitern

Der Cape-Wrath-Ultra ist kein gewöhnlicher Etappenlauf, sondern eine abenteuerliche Reise durch den menschenleeren Norden Schottlands. Die vom Eis geschliffenen und vom Wind geformten schottischen Highlands werden nur von Hartgesottenen besucht. Einer davon ist Bear Grylls bei Man vs Wild, wie er vor der Küste aus einem Hubschrauber in den Ozean springt. Zu gering ist die Infrastruktur, zu extrem das Klima. Seit Jahren hat die Läuferszene auf dieses Rennen gewartet und viel wurde darüber diskutiert. Schließlich standen am Sonntag, dem 22. Mai 2016, 95 Läufer aus 15 verschiedenen Ländern am Start in Fort Williams, dem Outdoor-Zentrum Schottlands am Fuße von Ben Nevis.

Fortsetzung folgt…

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Die Etappenübersicht:

   1. Etappe 37 Kilometer, 500 Höhenmeter
   2. Etappe 57 Kilometer, 1800 Höhenmeter
   3. Etappe 68 Kilometer, 2400 Höhenmeter
   4. Etappe 35 Kilometer, 1400 Höhenmeter
   5. Etappe 44 Kilometer, 1400 Höhenmeter
   6. Etappe 72 Kilometer, 1400 Höhenmeter
   7. Etappe 61 Kilometer, 1600 Höhenmeter
   8. Etappe 26 Kilometer, 700 Höhenmeter

Ergebnisse

Frauen

  1. Ita Manuela Mariotto (ITA)
  2. Louise Staples (GB)
  3. Laura Watson (GB)

Männer

  1. Marcus Scotney (GB)
  2. Thomas Adams (GB)
  3. Pavel Paloncy (CZ)

Die Ausrüstung:

  • Canon 5DS
  • EF 16-35 f4 IS USM

 

 

 

Cape Wrath Ultra – Erste Etappe

Erstmals bewältigen 95 Läufer in acht Tagen 400 Kilometer in den entlegenen schottischen Highlands und laufen bis zum nordwestlichsten Punkt Schottlands: Cape Wrath. Das Rennen ist ein Expeditionsrennen ohne Support und Markierungen auf der Strecke. Nur im Camp, nach jeder Etappe gibt es Essen. Das Gepäck wird von Camp zu Camp transportiert.

Schottland — Die heutige Auftaktetappe war für alle 95 Läufer in Vorgeschmack auf den Rest der Strecke. Ruhig und kontrolliert sind viele die 36 Kilometer angegangen.

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Mit einer Fähre überqueren die Teilnehmer das erste Loch (schottisch für See) und gelangen zum offiziellen Start.

Spätestens nach 30 Kilometern waren alle Füße nass, da der Trail zum Bach wurde. Als ich beinahe auf eine Kreuzotter getreten bin, meinte Andrew Clarke, ein Kamerad aus der britischen Armee, zu mir: “Wow, da hast du aber Glück gehabt. Viele Briten, die hier wandern, sehen in ihrem ganzen Leben keine dieser Schlangen.” Ja, Glück gehabt, dachte ich da.

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Im Zeltlager trage ich nun alle zehn Minuten meine Schuhe in die Sonne und aus dem Regen, um die 57 Kilometer morgen mit halbwegs trockenen Füßen zu starten. Morgen führt uns die Strecke in absolut isolierte Gebiete durch teils wegloses Gelände.

  1. Mann – Marcus Scotney in 2.45h
  2. Frau – Ita Marzotto in 3.5 7h

Kleine Anektode: Heute morgen musste eine Läuferin sechs Flaschen Desperados aus ihrem Drop-Off-Bag nehmen, da ihr Drop-Off-Bag das Gewichtslimit überschritten hat.

Fotoausrüstung: Canon 5DS, EF 16-35 F4

Radtour durch die Vulkanlandschaft

Was macht ihr als erstes, wenn ihr in einem fremden Land ankommt? Richtig, ihr sucht einen WiFi-Hotspot, geht zu Craigslist und kauft ein gebrauchtes Fahrrad. Warum? Dazu später mehr.

Für 99 Dollar war ich stolzer Besitzer eines Rennrades, das umgehend im Kofferraum meines Leihwagens verschwand. Zum Glück sind auch die Kleinwagen in den Staaten grundsätzlich etwas größer als unsere europäischen Pendants.

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Gestern wollte ich meinen neu erworbenen Drahtesel endlich ausprobieren, denn so viel Vertrauen hatte ich in das alte Gefährt dann doch nicht und Überraschungen sind nicht immer willkommen. Kurzerhand fuhr ich auf einen Parkplatz etwas außerhalb von Flagstaff, packte das Rad aus und es konnte losgehen. Leider war das Sattelrohr etwas zu kurz. Folglich saß ich wie eine eierlegende Ente auf dem Rad und rollte zunächst noch frohen Mutes über die amerikanische Landstraße. Nach knapp zehn Minuten fühlte sich mein Drahtesel bereits an, als ob der Esel mit dem Schwanz wackelt. Ein Blick auf das Hinterrad sorgte für Ernüchterung: Der Hinterreifen war dabei sich auszulösen. Kurzerhand machte ich kehrt und rollte zurück in Richtung des rettenden Autos. Etwa 500 Meter vor dem Parkplatz gab es einen lauten Knall und der Hinterreifen war endgültig platt.

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Schiebend entschloss ich: Also gut, das Rad muss zur Reparatur. Per GPS machte ich eine Radwerkstatt ausfindig. Meine Bestellung lautete: “Bitte zwei neue Reifen, zwei Schläuche und eine Sattelstütze.” Die Jungs staunten nicht schlecht beim Anblick meiner Reifen, halfen aber umgehend.

Etwas später startete ich den zweiten Versuch in der Nähe vom Sunset Crater. Eine reizvolle Schleife durch die Kraterlandschaft wäre circa 80 Kilometer lang. Da noch fünf Stunden bis Sonnenuntergang waren, dachte ich: machbar!

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Das Rad rollte mit den neuen Reifen gut bergab, doch bergauf kam ich nicht in Schwung. Scheinbar war das Problem weniger der schwere Stahlrahmen oder die aktuelle Höhe von über 2000 Metern, sondern eher die ineffiziente Mechanik und die kurzen Kurbeln. Als ich nach einer Stunde erst zwanzig Kilometer zurückgelegt hatte und von meiner halbgrünen Lavalandschaft in die Painted Desert — eine Wüste im Nordosten Arizonas — rollte, schaltete ich beim GPS neben Gesamtanstieg auch Gesamtabstieg dazu. Die offenbarte einiges: Bisher hatte ich etwa 150 Meter Anstieg bewältigt aber tatsächlich schon 500 Meter Abstieg. In Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit und meiner Wasservorräte von einem halben Liter, entschied ich mich zum kontrollierten Rückzug.

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Mit der längeren Sattelstütze schniefte ich im Ententempo die Hügel hinauf zurück, natürlich mit Gegenwind. Es roch nach Kiefern und zu beiden Seiten erstreckte sich eine schwarze, wilde Lavalandschaft mit Kiefernhölzern und trockenen Büschen. Das Gras flimmerte goldgelb im Sonnenlicht und ich stellte mir vor, wie hier diese riesigen Büffel grasen — das ist der Wilde Westen! Die Schaltung meines Rades ratterte, aber funktionierte tadellos und ich kam voran. Wenige Kilometer vor meinem Auto erstarrte ich förmlich auf dem Rad. Direkt vor mir gleitet eine Schlange mit einem guten Meter Länge gemütlich über die Straße.

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Kurzerhand flog mein Drahtesel auf die Seite und ich lief in sicherem Abstand mit Kamera in der Hand hinter dem Reptil her. Ein Teleobjektiv hätte ich hier dem Weitwinkel vorgezogen. Unbeeindruckt setzte sie ihren Weg fort und ich fragte mich: Was zur Hölle ist das für eine Schlange? Das Muster ähnelte meinen Erinnerungen an eine Klapperschlange, aber die Klapper fehlte. Wie praktisch, dass nach wenigen Kilometern ein Besucher-Zentrum am Weg lag, wo ich nachfragen konnte. Es handle sich um eine Gopher-Snake, teilte mir die junge Frau mit — nicht giftig. Am Auto angekommen, packte ich den Drahtesel weg und trank den letzten Tropfen Wasser aus — Test bestanden, dachte ich.

Sedona: Long Canyon Trail #122

Was macht ihr unmittelbar vor einem Rennen? Es gibt Läufer, die legen einfach ihre Beine hoch und ruhen sich aus. Ich kann das nicht. Was spricht schon gegen einen lockeren Dauerlauf, richtig? Am Samstag laufe ich den Zane Grey 50 in Arizona und in dieser Gegend kann ich einfach nicht still sitzen, sondern muss raus.

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Nach meiner Ankunft in Phoenix fahre ich weiter nach Sedona. Das hat den praktischen Vorteil, dass die Lebensmittel im Auto nicht täglich mehrfach ultrahocherhitzt werden, denn Sedona liegt auf über 1300 Metern Höhe und ist wesentlich kühler und überschaubarer als Phoenix. Sedona ist bekannt für seine roten Sandsteinformationen, die damit verbundenen Outdooraktivitäten, Kunst und Spiritualität.

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Long Canyon Trail

Karten und aktuelle Informationen zur Umgebung erhaltet ihr von der Touristen-Information direkt im Ortskern. Etwa zwei Meilen außerhalb beginnt der Long-Canyon-Trail, für mich der Trail der Wahl. Parken könnt ihr am der Straßenrand in der Nähe des Trailheads. Den Trailhead findet ihr vielleicht mit einer der Skizzen, sicher aber mit einem GPS-Gerät und aktueller Karte. Der Trail selbst ist gut beschildert.

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Die Beschreibung ist leicht: Vom Start lauft ihr etwa sieben Kilometer leicht bergauf in den Canyon hinein. Zu beiden Seiten verengt sich der Canyon zusehends, Blumen verzieren den Pfad und mächtige Sandsteinwände ragen empor — ein Traum. Der Trail schlängelt sich allmählich dahin und wird gegen Ende etwas schmaler. Gerade als die Schlucht richtig eng wurde, lief ich direkt in eine Herde Wildschweine. Nicht nur die Schweine waren sichtlich genervt. Am Ende des Canyons dreht ihr einfach um und lauf die gleiche Strecke zurück. Die Wildschweine fanden das zweite Treffen gar nicht lustig.

Daten zum Trail findet ihr auf Strava.

Übernachten könnt ihr auf einem der nahegelegenen Campingplätze oder in den Motels/Hotels vor Ort. Vorsicht: Im April kann es nachts noch kalt werden, ich hatte morgens ganze zwei Grad Celsius.

Interview: Trail Running in China

Diese Woche habe ich mich mit Florian über das Thema Trail-Running in China unterhalten. Das Interview möchte ich euch nicht vorenthalten:

Thomas Bohne: „Chinesen wollen keinen Asphalt mehr unter den Füßen”

Thomas Bohne: „Chinesen wollen keinen Asphalt mehr unter den Füßen"
© Judy Ng

Garmin Forerunner 630

Der Garmin Forerunner 630 überzeugt mich wie bereits sein Vorgängermodell durch sein geringes Gewicht, die geringe Größe und die integrierte WLAN-Funktionalität. Wer den Touch-Screen mag, der findet hier ein weiteres Argument für die 630 im Vergleich zu den Versionen 230 und 235. Nach dem Training müsst ihr euch keine Gedanken über die Datenübertragung machen, denn die Uhr lädt die Trainingsdaten im Heimnetzwerk ganz problemlos zum Web-Portal Garmin Connect und wertet sie aus. Bei der neuen 630 wurde die Anzeige vergrößert und die Uhr empfängt nun zusätzlich die Signale der GLONASS-Satelliten. Außerdem ist die 630 ein vollwertiger Fitness-Tracker, der eure Bewegungen im Tagesverlauf aufzeichnet und euren Schlaf auswertet.

© Garmin

Deutliche Verbesserungen gibt es bei den Running-Dynamics-Daten, die zur Verbesserung des persönlichen Laufstils beitragen sollen:

  • Schrittfrequenz
  • Bodenkontaktzeit
  • Balance Bodenkontaktzeit
  • Vertikale Bewegung
  • Schrittlänge
  • Vertikalverhältnis

Auch wenn diese Daten unter Umständen hilfreich sein können, überzeugen sie mich im Gelände nicht hundertprozentig. Auch der Stress-Wert scheint eher einen groben Anhalt zu bieten als einen genauen Ruheindikator.

Während des Tests fiel mir auf, dass die Knöpfe am rechten Rand des Uhrengehäuses oft versehentlich am Handgelenk auslösten. Mit einer Tastensperre lässt sich die zwar unterdrücken, jedoch sind dann alle Tasten gesperrt.

Insgesamt ist die 630 eine zuverlässige und extrem leichte Laufuhr und Smartwatch, die sich in erster Linie durch WLAN und Touchscreen von den kleineren Geschwistern der 200er-Serie absetzt.

Forerunner 630
Preis (UVP) 399 €
Gewicht 43g
Barometrischer Höhenmesser nein
Betriebszeit Uhrmodus 4 Wochen
Betriebszeit Trainingsmodus 16 Stunden
Wasserdichtigkeit Baden, Duschen

Frischer Fisch an der Skelettküste

Es ist stockfinster, als die Scheinwerfer unseres Geländewagens die zwei großen Totenköpfe erfassen. Frech grinsen sie jedem Besucher entgegen, der das Tor des Skeleton-Coast-Nationalparks passieren möchte. Das Tor ist bereits fest verschlossen. Nach über 30 Stunden Reisezeit liegen lediglich einhundert Kilometer Schotterpiste zwischen mir und dem Ziel meiner Reise.  “Ich suche nach Whitie”, sagt mein Guide Oliver. “Eigentlich ist er schwarz, aber wir nennen ihn Whitie”. Kurze Zeit später ist der Ranger zur Stelle, öffnet das Tor und ermöglicht uns die Weiterreise. Unter dem leuchtenden Sternenhimmel der Südhalbkugel fegt unser Geländewagen über die staubige Piste durch die Nacht.

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Torra Bay

 

Torra Bay – Im äußersten Nordenwesten Namibias erwartet Besucher nicht viel mehr als ein einsamer Zeltplatz. Lediglich einige Fischer campen hier, denn zum Baden ist das Wasser zu kalt. Der nährstoffreiche Benguelastrom schiebt den eisigen Hauch der Antarktis an die Küste Namibias, der die Landschaft zur Wüste werden lässt und zahlreichen Schiffen zur Verhängnis wurde. Das Wasser ist so unglaublich fischreich, dass ich als Nicht-Angler im Minutentakt den Kabeljau aus den Fluten ziehe.

Torra Bay hat nur zwei Monate im Jahr geöffnet, von Dezember bis Januar. Auf dem breiten Sandstrand steht ein Wasserturm, ein paar Hütten und sonst nichts — der ideale Ausgangspunkt für einen Wüstenlauf. In den nächsten Wochen plane ich an der Skelettküste die Strecke für einen 250-Kilometer Etappenlauf durch die Namib-Wüste.

Thomas is a German Trail Runner, Course Director for Ultra-Trail Races and a Journalist.

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