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Cape Wrath Ultra – Erste Etappe

Erstmals bewältigen 95 Läufer in acht Tagen 400 Kilometer in den entlegenen schottischen Highlands und laufen bis zum nordwestlichsten Punkt Schottlands: Cape Wrath. Das Rennen ist ein Expeditionsrennen ohne Support und Markierungen auf der Strecke. Nur im Camp, nach jeder Etappe gibt es Essen. Das Gepäck wird von Camp zu Camp transportiert.

Schottland — Die heutige Auftaktetappe war für alle 95 Läufer in Vorgeschmack auf den Rest der Strecke. Ruhig und kontrolliert sind viele die 36 Kilometer angegangen.

Cape Wrath-0771
Mit einer Fähre überqueren die Teilnehmer das erste Loch (schottisch für See) und gelangen zum offiziellen Start.

Spätestens nach 30 Kilometern waren alle Füße nass, da der Trail zum Bach wurde. Als ich beinahe auf eine Kreuzotter getreten bin, meinte Andrew Clarke, ein Kamerad aus der britischen Armee, zu mir: “Wow, da hast du aber Glück gehabt. Viele Briten, die hier wandern, sehen in ihrem ganzen Leben keine dieser Schlangen.” Ja, Glück gehabt, dachte ich da.

Cape Wrath-0798

Im Zeltlager trage ich nun alle zehn Minuten meine Schuhe in die Sonne und aus dem Regen, um die 57 Kilometer morgen mit halbwegs trockenen Füßen zu starten. Morgen führt uns die Strecke in absolut isolierte Gebiete durch teils wegloses Gelände.

  1. Mann – Marcus Scotney in 2.45h
  2. Frau – Ita Marzotto in 3.5 7h

Kleine Anektode: Heute morgen musste eine Läuferin sechs Flaschen Desperados aus ihrem Drop-Off-Bag nehmen, da ihr Drop-Off-Bag das Gewichtslimit überschritten hat.

Fotoausrüstung: Canon 5DS, EF 16-35 F4

Garmin Forerunner 630

Der Garmin Forerunner 630 überzeugt mich wie bereits sein Vorgängermodell durch sein geringes Gewicht, die geringe Größe und die integrierte WLAN-Funktionalität. Wer den Touch-Screen mag, der findet hier ein weiteres Argument für die 630 im Vergleich zu den Versionen 230 und 235. Nach dem Training müsst ihr euch keine Gedanken über die Datenübertragung machen, denn die Uhr lädt die Trainingsdaten im Heimnetzwerk ganz problemlos zum Web-Portal Garmin Connect und wertet sie aus. Bei der neuen 630 wurde die Anzeige vergrößert und die Uhr empfängt nun zusätzlich die Signale der GLONASS-Satelliten. Außerdem ist die 630 ein vollwertiger Fitness-Tracker, der eure Bewegungen im Tagesverlauf aufzeichnet und euren Schlaf auswertet.

© Garmin

Deutliche Verbesserungen gibt es bei den Running-Dynamics-Daten, die zur Verbesserung des persönlichen Laufstils beitragen sollen:

  • Schrittfrequenz
  • Bodenkontaktzeit
  • Balance Bodenkontaktzeit
  • Vertikale Bewegung
  • Schrittlänge
  • Vertikalverhältnis

Auch wenn diese Daten unter Umständen hilfreich sein können, überzeugen sie mich im Gelände nicht hundertprozentig. Auch der Stress-Wert scheint eher einen groben Anhalt zu bieten als einen genauen Ruheindikator.

Während des Tests fiel mir auf, dass die Knöpfe am rechten Rand des Uhrengehäuses oft versehentlich am Handgelenk auslösten. Mit einer Tastensperre lässt sich die zwar unterdrücken, jedoch sind dann alle Tasten gesperrt.

Insgesamt ist die 630 eine zuverlässige und extrem leichte Laufuhr und Smartwatch, die sich in erster Linie durch WLAN und Touchscreen von den kleineren Geschwistern der 200er-Serie absetzt.

Forerunner 630
Preis (UVP) 399 €
Gewicht 43g
Barometrischer Höhenmesser nein
Betriebszeit Uhrmodus 4 Wochen
Betriebszeit Trainingsmodus 16 Stunden
Wasserdichtigkeit Baden, Duschen

Garmin Fenix 2 – testD

Während auf den Berggipfeln die Schneereste beharrlich glänzen und der Niederschlag hoch oben noch immer in fester Konsistenz zu Boden fällt, laufe ich für euch mit den technischen Highlights der kommenden Saison über die matschigen Trails. Die robuste Allzweckwaffe unter den GPS-Uhren wurde durch die amerikanische GPS-Schmiede Garmin einer umfangreichen Überarbeitung unterzogen. Bereits vor der Markteinführung in Deutschland habe ich für euch die neue Fenix 2 unter die Lupe genommen und getestet. Was verspricht das neue Modell und was bietet es euch auf den Trails?

Auf den ersten Blick ähnelt die GPS-Uhr ihrem Vorgänger: Die Multisport-GPS-Uhr Fenix haben hatte ich bereits hier im Vergleich zu Konkurrenzmodellen vorgestellt. Das Display der Fenix 2 zeigt helle Schrift auf schwarzem Hintergrund, bei der Fenix war das umgekehrt. Leider lässt sich diese Anzeige nicht verändern. Die rote Hintergrundbeleuchtung der Anzeige beeinträchtigt deine Nachtsichtfähigkeit etwas weniger. Mich konnte diese Neuerung während des Tests überzeugen. Das Gewicht gleicht mit 85g dem Vorgänger und ist etwas höher als das der Suunto Ambit 2. Die Anordnung der Funktionen der Knöpfe am Gehäuse wurde verändert, erscheint jedoch logisch und durchdacht.

Im Lieferumfang enthalten ist ein langes Klett-Armband, das für die Befestigung an dicken Jacken gedacht ist, die du zum Beispiel beim Skifahren oder Bergsteigen im Winter trägst. Je nach Ausstattungspaket ist ein Brustgurt zur Herzfrequenzmessung im Lieferumfang enthalten. Mit dem Brustgurt lassen sich Daten wie Schrittfrequenz, Vertikalbewegung des Brustkorbes sowie Bodenberührungszeit messen. Die Auswertung erfolgt später mit Garmin Connect. In der unten gezeigten Grafik lassen sich Aufstieg und Abstieg anhand der Schrittfrequenz klar voneinander unterscheiden. Am Gipfel habe ich mir eine Pause gegönnt und bin ein paar Meter gegangen.

Schrittfrequenz und Temperatur während einer Tour
Trittfrequenz und Temperatur während einer Tour

Der Brustgurt liefert außerdem Daten zur Herzfrequenzvariabilität und ermöglicht der Uhr Aussagen zu VO2-Max, Erholungszeit und zum erzielten Trainingseffekt. So wird nach wenigen Minuten Trainingszeit bereits ein Hinweis zur aktuellen Erholungsfähigkeit gegeben. Basierend auf VO2-Max und dem eigenen Alter kann die Fenix 2 sogar deine erwartete Bestzeit bei Rennen schätzen. Die Schätzwerte stammen aus einer intern hinterlegten Tabelle, die den VO2-Max-Wert als Grundlage verwendet. Die Aussagen zur Erholungszeit und VO2-Max sind stark abhängig von der aktuellen der Tagesform und geben lediglich einen guten Hinweis, ob das aktuelle Training angebracht ist oder besser eine Pause eingelegt werden sollte.

Aktivitäten aufzeichnen

Die bedeutendste Änderung an der Fenix 2 ist der Multisport-Modus. Im Multisport-Modus werden unterschiedliche Sportarten verzugslos miteinander kombiniert. Dieser Modus eignet sich nicht ausschließlich für Triathleten, sondern ist auch für Trail-Läufer sehr hilfreich. Fährst du zum Beispiel mit dem Fahrrad zum Berg, läufst dann einen Trail und fährst dann wieder nach Hause, kombinierst du Radfahren, Trail-Running und Radfahren zu einer Aktivität mit verzugslosen Übergängen. Leider werden in der Auswertung auf Garmin Connect diese Aktivitäten wieder als einzelne Sportarten gespeichert und nicht miteinander kombiniert. Aktivitäten können jederzeit wiederaufgenommen werden. Damit werden lange, über mehrere Tage dauernde Touren als einzelne Aktivität gespeichert. Beim Langzeittest mit unserem Modell habe ich den Akku bis an die Grenze ausgereizt und damit ca. 16 Stunden aufgezeichnet. Als mich die Uhr mehrfach durch Vibration auf den niedrigen Ladezustand des Akkus aufmerksam machte, habe ich schließlich die laufende Aktivität beendet und wollte speichern. Scheinbar gibt es bei langen Aktivitäten ein Speicherproblem, denn das Display der Uhr war anschließend eingefroren und die Uhr schaltete sich automatisch ab. Auch nach erneutem Aufladen ließ sich die Aktivität nur nach mehreren Versuchen speichern. Garmin Connect weigert sich bisher beharrlich die Aktivität von der Uhr auszulesen, nur Strava verrichtet hier seine Dienste zuverlässig wie gewohnt.

Das Löschen einzelner Trainingsaufzeichnungen ist bei der Fenix 2 leider sehr umständlich gestaltet, da die jeweilige Aktivität zuvor vollständig geladen werden muss. Der Ladevorgang nimmt viel Zeit in Anspruch. Hier wäre eine Mehrfachauswahl zum schnellen Löschen die bevorzugte Lösung. Am Rechner lassen sich die Aktivitäten über USB-Port jedoch schnell und einfach löschen.

Die Fenix eignet sich hervorragend zur Navigation bzw. zum Folgen eines vorher aufgezeichneten Tracks. Das hilft euch zum Beispiel in langen Wettkämpfen, wenn ihr vor dem Start einen GPS-Track erhaltet und während des Laufes vom Weg abkommt. Leider wird bei der Aktivität “Navigation” der UltraTrack-Modus zur reduzierten Aufzeichnung nicht angeboten und dadurch reduziert sich die Akkulaufzeit von 50 Stunden auf 16 Stunden. Nutzt ihr hingegen die Aktivität Trail Running im UltraTrac-Modus, zeichnet die Fenix zwar mit etwas weniger Genauigkeit Positionsdaten auf, bietet euch hingegen 50 Stunden Akkulaufzeit.

Bei der Anpassung an die deutsche Sprache sind noch einige Nachbesserungen nötig, wie das folgende Foto zeigt:

Aufstiegsintervall ? - hier sind noch Nacharbeiten notwendig
Aufstiegsintervall ? – hier sind noch Nacharbeiten notwendig

Genauigkeit der Uhr

Der GPS-Sensor überrascht durch recht zuverlässige Daten, jedoch nicht im Gelände mit eingeschränktem Empfang. Die Uhr liefert im ersten Teil der Strecke des Madeira Island Ultra Trails (MIUT) gute Ergebnisse, jedoch stößt sie in Tunneln und im steilen Gelände nahe des Pico do Arieiro auf Probleme. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass der Beschleunigungssensor in der Uhr keine optimalen Daten bei GPS-Ausfall liefert. Die gemessenen Höhenmeter auf der 110km langen Strecke wurden durch Garmin Connect und die hinterlegten Reliefkarten von 6845m Anstieg auf 6446m Anstieg korrigiert.

Madeira Island Ultra Trail (MIUT) auf Strava

Madeira Island Ultra Trail (MIUT) auf Garmin Connect

Der Wank bei Partenkirchen sollte als zweite Teststrecke Einblicke in das Verhalten der Uhr geben. Ich lief die Strecke im Trail-Run-Modus mit folgender Konfiguration der Fenix 2:

– Data Recording: smart
– GPS-Mode: normal

und parallel dazu mit dem Garmin GPSmap 62s:

– Record Method: auto
– Recording Interval: normal

Die Ergebnisse der Aufzeichnungen seht ihr unter folgenden Links:

Berglauf auf den Wank mit Fenix 2

Berglauf auf den Wank mit GPSmap 62s

Legt man beide Tracks parallel (siehe Google Earth Bild), gibt es sowohl beim GPSmap 62s als auch bei der Fenix 2 Abweichungen vom Weg. Die Resultate sind sehr ähnlich, Unschärfen sind auf die Abstände der aufgezeichneten Punkte zurückzuführen und nicht auf den GPS-Empfang. Bei der Wallfahrtskirche St. Anton habe ich eine kurze Schleife ohne GPS-Empfang eingebaut und auch hier lieferte der Beschleunigungssensor der Fenix 2 keine vernünftigen Daten.

Vergleich GPSmap 62s (rot) mit Fenix 2 (blau)
Vergleich GPSmap 62s (rot) mit Fenix 2 (blau)

Die Höhendaten vom GPSMap 62s liegen am Gipfel des Wank näher an der tatsächlich gemessenen Höhe von 1780m. Der Streckenunterschied der beiden Geräte von ca. 500m ist bei einer Gesamtstrecke von ca. 14km bereits erheblich.

Sensoren

Bluetooth-Smart-Sensoren werden von der Uhr nicht unterstützt, jedoch ist die Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone möglich. Die Android-App Garmin Connect wartet leider noch auf das Update zur Fenix 2 und damit auf die Kompatibilität. In Kürze wird die Fenix 2 damit zur Smart Watch, die Anrufe und Textnachrichten vom Trainer oder von Freunden während des Laufens auf dem Display anzeigt. Ein Live-Tracking während deines Trainings wird dann ebenfalls möglich sein, jedoch solltest du dir unbedingt vorher über den Zuschauerkreis im Klaren sein.

Radfahrer können mit der Fenix 2 verschiedene Leistungsmessgeräte für Fahrräder verwenden, die auf ANT+ Datenübertragung basieren. Die Verwendung von ANT+ Sensoren und Bluetooth Smart Datenübertragung ist gleichzeitig nicht möglich. Das Display der Uhr ist mit bis zu drei Datenfeldern pro Seite konfigurierbar und es können mehrere Seiten pro Sportart erstellt werden. Darüber hinaus kannst du deine eigenen Sportarten konfigurieren. Diese Funktionen sind direkt an der Uhr konfigurierbar, hilfreich und sehr nützlich!

Besondere Eigenschaften

Für die Schönwetterläufer bietet die Fenix 2 die Trainingsoption “im Gebäude” und misst zurückgelegte Entfernung und Geschwindigkeit — auch ohne Fußsensor — über einen Beschleunigungssensor im Gehäuse am Handgelenk. Falls du zum Ausgleich gern schwimmst, ist die Fenix 2 sowohl in freien Gewässern als auch in der Schwimmhalle dein Trainingspartner, der dir aktuelle Geschwindigkeit, Armfrequenz und zurückgelegte Distanz anzeigt. Bitte beachte allerdings, dass die Wasserdichtigkeit der Uhr auf 5 ATM begrenzt ist und damit die Eignung zum Schwimmen stark einschränkt wird. Schnorcheln zum Beispiel und häufiges Schwimmen sind nicht empfohlen. Aus diesem Grund erhält die Uhr auch nur die Wertung “duschtauglich”. Die Fenix 2 liefert auch für alpine Skifahrer interessante Auswertungen und erkennt automatisch, wenn du den Lift verlässt und du dich wieder zur Abfahrt auf die Piste begibst.

GPS Uhren: Garmin Fenix 2
Preis in € 399€ (449€ mit HF-Gurt)
Gewicht 85
Barometrischer Höhenmesser ja
Kompass 3-Achsen-Kompass
Akku-Betriebszeit mit GPS 16-50h
Akku-Betriebszeit ohne GPS 5 Wochen
Wasserdichtigkeit duschtauglich
Aufzeichnungsintervall ab 1s (konfigurierbar)

Die Fenix 2 auf Tour

Zusammenfassung

Die Fenix 2 ist eine hochwertige und robuste GPS-Uhr für Outdoor-Sportler, die sich nicht ausschließlich auf eine Sportart beschränken und viel im Gelände unterwegs sind. Die Änderungen zum Vorgängermodell beschränken sich auf Funktionen, die besonders für Multisportler interessant sind und nur in geringem Umfang auf die Hardware der Uhr. Wie alle GPS-Uhren dient sie nicht zur reinen Navigation und ersetzt die Papierkarte nicht. Die Zuverlässigkeit der Uhr ist verbesserungswürdig; bei langen Aufzeichnungen trifft die Fenix ganz schnell auf ihre Grenzen. Beim Speichern, Laden und Auslesen von Daten hatte ich mehrfach Probleme. Der Empfang der Uhr ist zufriedenstellend, konnte allerdings in Gelände mit geringem Satellitenempfang nicht vollständig überzeugen. Auch der Beschleunigungssensor am Handgelenk konnte den fehlenden GPS-Empfang nicht kompensieren. Die lange Akkulaufzeit im UltraTrack-Modus ist besonders bei langen Distanzen hilfreich und ebenso schätze ich Möglichkeit Einstellungen an Aktivitäten an der Uhr selbst vornehmen zu können.

Die Informationen in diesem Test stammen aus meinen eigenen Erfahrungen, Produktbeschreibungen des Herstellers sowie vom herausragenden Blog von Ray Maker. Falls ihr falsche oder unvollständige Informationen in meinem Beitrag findet, bin ich für euren Hinweis dankbar.

Trans-Atlas Marathon – im Land der Berber

In zwei Reihen stehen die 25 Teilnehmer der Erstaustragung des Trans-Atlas Marathon (TAM) hinter der Startlinie. “Die erste Reihe könne genauso gut bei den Olympischen Spielen am Start stehen”, flüstert mir der neuseeländische Unternehmensberater Mike in mein rechtes Ohr, ein netter Kerl mit völlig überpacktem Trekkingrucksack. Links neben mir steht Basti Haag: Speedbergsteiger, Extremskifahrer und Produktentwickler von UvU. Im Hintergrund krächzt derweil die Vangelis-Hymne aus völlig übersteuerten Lautsprechern. Vor mir zappeln 15 drahtige marokkanische Laufmaschinen, alles Freunde der Brüder Mohamad Ahansal und Lahcen Ahansal. Mohamad und Lahcen haben den Marathon des Sables — das ist DER prestigeträchtigste Wüstenlauf der Erde — zusammen vierzehnmal gewonnen. Ihre Freunde hüpfen völlig aufgedreht vor mir im Staub der Startlinie und genießen das Blitzlichtgewitter und die Atmosphäre vor dem Start. Einige von ihnen erhalten hier erstmalig die Möglichkeit, ihr Können vor einem internationalen Publikum zu präsentieren. Große internationale Laufmagazine sind vertreten und der zweite öffentliche marokkanische Fernsehsender 2M TV überträgt täglich im Sportteil der Abendnachrichten vom Lauf.

Zaouiat Ahansal
Zaouiat Ahansal

Was erwarte ich von einem Lauf, den ein Weltklasse-Trailläufer organisiert? Das Kursbuch kündigt 275 Kilometer und 15 000 Höhenmeter an, das sind in etwa die Anforderungen vom Gore-Tex Transalpine Run (TAR); uns bleiben dafür sechs Tage Zeit, statt der acht Etappen beim TAR. Ruhetag gibt es keinen! Von Mohamad erwarte ich anspruchsvolle, aber laufbare Trails im Hohen Atlas. In meinem Rucksack möchte ich keine Expeditionsausrüstung tragen, dennoch soll die Pflichtausrüstung ausreichend Schutz vor dem extremen Klima bieten. Daher werden wir jeden Morgen unsere Reisetasche abgeben, um sie am Abend im nächsten Lager wieder in Empfang zu nehmen. Übernachtungen bei Einheimischen gehören für mich zu diesem Lauf wie die lokale Küche, denn erst dadurch bekomme ich einen Einblick in die Kultur und den Alltag der Berber. Magenverstimmungen werden dabei bewusst in Kauf genommen. Verpflegungspunkte? Die Micropur-Tabletten in der Pflichtausrüstung deuten an, dass es davon nicht viele geben wird. Was diese Premiere bringt, können die 25 Teilnehmer nur erahnen.

TAM 53

Kurz nach dem Start blicke ich mich um und stutze irritiert. Eine Traube von zehn Berber-Läufern umgibt mich. Diese Jungs laufen sich lockeren Schrittes warm und schießen obendrein Fotos mir ihrer kleinen Digitalkamera. Als wir an einer Brücke rechts auf einen halsbrecherischen Trail abbiegen und von der Ehrenrunde durch das Dorf Zaouiat Ahansal erneut in Richtung Startlinie laufen, erhalte ich einen Vorgeschmack ihres atemberaubenden und technisch perfekten Lauftstils: Wie ein Vogelschwarm erhöhen sie schlagartig ihr Tempo und fliegen wild und frei in Richtung der klickenden Kameras und wartenden Würdenträger. In dem Augenblick als ich die Startlinie erneut passiere, bemerke ich Lahcen am Streckenrand und blicke für einen Moment in ein väterlich mahnendes Lächeln, das er seinen Jungs entgegenwirft — bloß nicht zu schnell anfangen, die Woche wird noch sehr lang.

Tizi N’Tichka

Prolog — 54 Kilometer

Die erste Tagesetappe schlägt bereits mit 54 Kilometern und mit 2400 Höhenmetern zu Buche, dennoch laufen die jungen Berber durch das ausgewaschene Flussbett der ersten 1000 Höhenmeter-Rampe mit einer Leichtigkeit, die mich an die Schilderungen in McDougalls “Born to Run” erinnert. Die Landschaft ähnelt der in den Star-Wars-Filmen — karge, braune Gebirgslandschaften erstrecken sich vor mir, dazwischen schimmern vereinzelt grüne Oasen. Ab und zu begegnet mir Obi-Wan Kenobi in braunem Gewand mit Kapuze, eine Ziege oder ein Schaf auf der Schulter tragend. Der Trail ist so wild wie seine Heimat. Den Großteil der Etappe laufen wir auf über 2000 Metern Höhe, was ich deutlich am Schnaufen meiner marokkanischen Begleiter vernehme. Nach den Erfahrungen beim UTAT (siehe Blogeintrag UTAT) bin ich dieses Jahr ausreichend akklimatisiert und kann besonders bergauf und während der technischen Abschnitte punkten. Die flachen Abschnitte gehören den Tarahumara. Die Versorgung während des Laufes ist minimal. An zwei bis drei Punkten wartet ein Geländewagen, und jeder Läufer erhält eine Flasche Wasser. Den Rest musst du im Rucksack haben!

Ausfall

Etappe Zwei fällt aus! Über Nacht hat es geregnet, Straßen weggespült und auf den Hochebenen geschneit. Infolgedessen erwartet uns eine siebenstündige Busfahrt auf schmalen Pisten, machmal näher am Abgrund als uns lieb ist. Als unser Konvoi die nächste Unterkunft erreicht, empfängt uns das Dorf mit einem Volksfest der besonderen Art: Am gefühlten Ende der Welt tanzt ein Dorf in traditionellem Gewand für uns und singt im Chor. Ich reihe mich in eine riesige Polonaise und wir tanzen durch die Nacht. Mohamad bemüht sich ausdrücklich um die Nähe zu den Einheimischen. So ist es uns Läufern gestattet, ja sogar gewünscht, Speisen und Getränke vor Ort zu kaufen, sowohl während des Rennens als auch danach.

Dritte Etappe — 42 Kilometer

Nach dem gemeinsamen Abendessen findet die Wettkampfbesprechung für die dritte Etappe statt und Mohamad bemerkt freundlich: “The time limit is 14 hours and if you can’t do it in 14 hours, we will wait for you at the finish line.” Eventuell gibt es nur einen Versorgungspunkt auf der heutigen Marathondistanz, da die Zugangsstraßen abermals weggespült wurden. Am nächsten Morgen sind die Beine der Berber-Jungs wieder frisch und wir schießen im gewohnten Eiltempo gen Sonnenaufgang durch das prächtigste Dorf des Hohen Atlas. Der Kerl vor mir ist hochmotiviert, so kürzen wir alle Serpentinen ab und hecheln bei maximalem Anstieg mit maximaler Herzfrequenz gen Himmel. Oben angekommen, bemerken wir schließlich, dass unsere Verfolger inzwischen abgebogen sind, da wir eine der Markierungen übersehen haben. Nach der dritten Irrfahrt übernehme ich fluchend die Führung und folge stur den Markierungen. Wenig später überholt uns Omar, ein heimischer Bergführer, der heute erstmals als Gast mitläuft. Dran bleiben, denke ich! Der kennt sich aus. Omar trabt seelenruhig vor mir her, schaltet allerdings in unregelmäßigen Abständen in den Sprintmodus, was mich an den Rand der Verzweiflung bringt. Seine Taktik funktioniert besser als erwartet, denn nach zwanzig Kilometern bricht er selbst ein und ich betrete die Südseite des Hohen Atlas in völliger Einsamkeit. In diesem Augenblick breitet sich vor mir der graue Dunst der unendlichen Sahara aus und ein warmer, trockener Wüstenwind weht mir auf 2800 Metern ins Gesicht. Den Sand in der Luft kann ich förmlich schmecken.

TAM 19

Die nächsten Stunden verbringe ich allein, nur Schafe, Ziegen und einzelne Hunde kreuzen meinen Weg. Erst wenige Kilometer vor dem Ziel erreiche ich eine grüne Oase und treffe auf Gesellschaft. Ein kleiner Junge hat mich erspäht und läuft zu mir heran. Er ist nicht älter als fünf Jahre. Wir begrüßen uns mit Handschlag und toben anschließend wie Geschwister über die felsigen Trails am Rande des grünen Idylls. “Wuaaaa” rufe ich jedes Mal ängstlich, wenn er neben mir von einem dieser schulterhohen Felsblöcken springt, da landet er bereits federleicht im Staub und lacht. Ich dagegen fühle mich wie ein träges Rhinozeros. Auf unglaublichen vier Kilometern albern wir herum und lassen die Fetzen fliegen, so dass der Zieleinlauf danach zur Formsache wird. Das breite Grinsen verharrt an diesem Abend noch lange in meinem Gesicht.

Die klaren Nächte im Hohen Atlas

Tighza-Wawrikt
Tighza-Wawrikt

Vierte Etappe — 40 Kilometer

Die ersten zwanzig Kilometer dieser Etappe verlaufen relativ flach, und ich bin bemüht, die führenden Marokkaner nicht aus den Augen zu verlieren. Beim ersten Verpflegungspunkt habe ich den Zweitplatzierten hinter mir gelassen und zum Führenden, zu Ali, aufgeschlossen. Wir nippen genüsslich süßen Minztee aus kleinen Gläsern, bevor wir gemeinsam in den längsten Anstieg des Tages traben. Ab diesem Punkt zolle ich dem hohen Anfangstempo Tribut und verbringe daraufhin den Rest der Etappe allein.

Hammam

Royal Stage — 66 Kilometer, 4500 Höhenmeter

Die Königsetappe macht ihrem Namen alle Ehre. Völlig ohne Markierungen verlassen wir uns am frühen Morgen erneut auf die Orientierung eines einheimischen Läufers. Erfreulicherweise haben wir wieder einen Berber-Läufer im Feld, der sich in dieser Region auskennt. Auch Basti Haag ist als zweiter deutscher Teilnehmer ganz vorn mit dabei. Etwas später erreiche ich mit Ali ein gigantisches Hochplateau, auf dessen Boden Werkzeuge ausgegraben wurden, die bis ins vierte Jahrtausend vor Christus zurückreichen. Die Stimmung ist gut und wir tauschen Datteln gegen geröstete Cashew-Nüsse vom Aldi. Wer jemals von Nomadenhunden angegriffen wurde, der weiß, solange die Köter bellen, ist alles in Ordnung. Falls ihr allerdings eine rotierende Staubwolke auf euch zu rasen seht, die sich in den Kurven beinahe überschlägt, dann ist Gefahr im Verzug. Völlig synchron schnappen sich Ali und ich Steine vom Boden und drehen uns um. Drei zerzauste Nomadenhunde rasen wie besessen auf uns zu. Ich werfe sofort und einer der Hunde jagt augenblicklich meinem Stein hinterher, die anderen Beiden gehen auf uns los. Im überschlagenen Rückzug werfen, laufen und werfen wir, bis die Hunde schließlich von uns ablassen — unseren Verfolgern viel Glück! Nach etwa vierzig Kilometern treffen wir auf eine Teerstraße und verpflegen uns kurz mit Wasser. Ab jetzt wirds lustig! Die Jungs von 2M TV filmen uns aus dem Geländewagen, die Einheimischen am Straßenrand klatschen und Ali dreht so richtig auf. An meiner Ehre gepackt, muss ich natürlich mithalten und klebe in brütender Hitze auf kochendem Asphalt wie eine Klette an Alis Ferse mit stetem Blick in die Kamera. Auf geschätzten fünf Kilometern brüllt mein Hirn: Langsamer du Idiot, da kommt noch mehr! Die folgenden Kilometer bezahle ich teuer. Die Sonne brennt auf mich herab, während Lahcen und Mohamad uns aus Geländewagen mit Wasserflaschen versorgen. Ich bilde mir ein, dass es jedes Mal zischt, wenn ich mir das Wasser geradewegs über den dampfenden Körper gieße. Das Gefühl, von einem der besten Läufer der Welt eine Flasche Wasser in die Hand gedrückt zu bekommen, ist unbeschreiblich. Der letzte 3200 Meter hohe Pass wird zur Qual. Ali gewinnt verdient mit zwei Minuten Vorsprung und ich bin mächtig stolz — was für ein Lauf!

Oukaïmeden
Oukaïmeden

Finale — 17 Kilometer

Die letze Etappe startet in Oukaïmeden auf über 2600 Metern. Dieses marokkanische Skigebiet kenne ich bereits vom vergangenen Jahr und kann mich noch gut an das beste Restaurant erinnern: Hotel Chez Juju! Am Morgen vor dem Lauf sitze ich mit Mike und Basti vor dampfendem Cappuccino in kolonialem französischen Ambiente. Für Basti geht es heute um das Podium … vermuten wir jedenfalls. Die Gesamtplatzierung ist nicht ganz offensichtlich, aber eins ist klar: Basti muss heute kämpfen! Die Berber-Jungs wissen das leider auch und so poltern beim ersten höllischen Downhill zunächst Basti und anschließend drei Marokkaner donnernd an mir vorbei, als ich genüsslich die Serpentinen auslaufe. Mohamad hat sich die besonders technischen Passagen für die letzten Kilometer aufgehoben und ich bin froh, alle verbliebenen Teilnehmer heil und glücklich in Imlil einlaufen zu sehen. Hier endet das Rennen und eine lange Reise geht damit zu Ende.

What a great journey we had together!

Zu Gast im Land von Dschingis Khan

Gobi March



Sie sagen, man riecht sie von weitem, sogar bevor der Donner ihrer Hufe zu hören ist. Dann ist es sowieso zu spät. Binnen Sekunden kamen die ersten, mörderischen Schwälle von Pfeilen, verdunkelten die Sonne und kehrten den Tag zur Nacht. Dann waren sie unter ihnen — schlachtend, vergewaltigend, plündernd und brandschatzend. Wie geschmolzene Lava zerstörten sie alles auf ihrem Weg. Sie hinterließen einen Pfad rauchender Städte und weißer Knochen, der bis in ihre Heimat nach Zentralasien führte. “Die Soldaten des Antichristen sind gekommen, um die letzte schreckliche Ernte einzufahren”, so bezeichnete ein Gelehrter aus dem 13. Jahrhunderts die mongolischen Horden.

— Peter Hopkirk, Foreign Devils on the Silk Road

Nomad @ Sayram Lake
Nomad @ Sayram Lake

Im 13. Jahrhundert trieb Dschingis Khan seine Horden in Richtung Süden durch die Wüste Gobi und eroberte große Teile Chinas. Nach seinem Tod zerfiel sein Großreich und der Islam hielt Einzug im Westen Chinas, der heutigen Provinz Xinjiang. Noch heute leben in dem Bezirk Bortala mongolische Nomaden, denn sie haben gelernt, dem rauen Klima und den beißenden Winden dieser Region zu widerstehen.

RacingThePlanet hat sich für die zehnte Austragung des Gobi Marches für einen besonderen Ort entschieden: die ehemaligen Schlachtfelder von Dschingis Khan. Der autonome Bezirk Bortala befindet sich im äußersten Nordwesten der chinesischen Provinz Xinjiang und ist umschlossen von Tien-Shan, ein Hochgebirge, das bis auf 7439 Meter reicht.

Bereits die Anreise aus Deutschland ist ein Abenteuer: München (1.4 Mio Einwohner) – Peking (20 Mio) – Urumqi (3.2 Mio) – Bole (0.25 Mio). Auf dem Flug von Urumqi nach Bole sitze ich mit dem Briten Ross in einer kleinen Maschine voller Chinesen; wir sind die einzigen Ausländer und schmunzeln leicht, als ein Chinese schwankend im Gang steht und lebhaft mit einem anderen Passagier diskutiert, als das Flugzeug abhebt. Ein junger Flugbegleiter sitzt mit schüchternem Blick auf seinem Klappsitz und gestikuliert wild mit den Armen umher, traut sich aber nicht den Ton zu ergreifen und den Passagier auf seinen Sitzplatz zu verweisen. Irgendwo hinter uns raucht ein Passagier Zigaretten – egal, denke ich und blicke aus dem winzigen Bullauge in die weite Landschaft am Rande Chinas. Letzte Sonnenstrahlen durchbrechen die grauen Wolken und in feinen Schleiern fällt Regen zu Boden.

Bole (Bortala) Stadt gleicht einer typischen chinesischen Retortenstadt aus einem Meer von Plattenbauten; sie beheimatet mehr als die Hälfte der Einwohner des Bezirks Bortala. In den Straßen registriere ich chinesische Zeichen ebenso wie arabische Schriftzüge, viel augenscheinlicher wird der islamische Einfluss jedoch auf dem lokalen Nachtmarkt. Unter freiem Himmel brutzeln die Lamm- und Rindfleischspieße über der glimmenden Holzkohle und verbreiten dabei einen Duft, der einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Während die Rauchschwaden über unseren Tisch ziehen, füllt sich dieser wie von selbst mit lokalen Spezialitäten: gegrillte Pilzspieße, geröstete Bohnen mit Chili, ein Berg Nudeln mit gekochtem Hühnchenfleisch, Erdnüsse, Shish Kebabs und gegrillter Fisch. Die Uyguren am Nachbartisch sind von unserer Anwesenheit überrascht; wahrscheinlich haben sie nie zuvor Europäer gesehen, denn nach Bole verirren sich nur sehr wenige europäische Touristen.

Erneut bin ich mit dem Team von RacingThePlanet in eine der entlegensten Regionen unseres Planeten gereist, um für 150 Läufer aus 29 Ländern eine 250 Kilometer lange Strecke vorzubereiten. Diese Strecke werden die Läufer in sechs Etappen und sieben Tagen zurücklegen und dabei unvergessliche Eindrücke sammeln.

Die erste Etappe führt die Athleten durch das Koytas-Tal, ein riesiges Gebiet geheimnisvoller Steinformationen nordöstlich von Bole. Noch vor Sonnenaufgang mache ich mich auf den Weg und laufe die erste Etappe. Im Schein meiner Stirnlampe taste ich mich durch die Dämmerung und kontrolliere dabei die Streckenmarkierungen. Die ersten Kilometer führen mich durch trockene, steinige Flussbetten. Zu beiden Seiten türmen sich braune Felsen, die im ersten Sonnenlicht rötlich schimmern. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Schafe auf einmal gesehen wie in dieser Region. Des Öfteren klettert eine ganze Schafherde durch die steilen Felsformationen und plärrt anschließend lauthals zu mir herab. Kurz vor einer Nomadenhütte empfangen mich drei zerzauste Hunde, Zähne fletschend und knurrend. Taktisch klug umzingeln sie mich von mehreren Seiten und rücken auf, je mehr ich mich der Hütte nähere. Meine Schritte verlangsamen sich. An Rückzug ist nicht zu denken, denn hinter mir kommen schließlich bald die Läufer. Laut rufe ich in Richtung des Hauses und hoffe, dass meine Schreie bis in die Hütte vordringen. Als sich die knarrende Holztür öffnet, atme ich auf. Eine junge Frau tritt heraus und pfeift die Hunde energisch zurück. Kurz darauf sitze ich mit der Nomadenfamilie am warmen Ofen, beobachte wie die Frau den Teig für das Frühstück knetet und neben mir dösen friedlich die Hunde.

Im Gegensatz zu vorherigen Austragungen ist der diesjährige Gobi March kein Wüstenlauf, vielmehr führt die Strecke über grüne Wiesen und durch blühende Gebirgslandschaften. Der Schweizer Athlet Roberto fühlt sich prompt an seine Heimat erinnert, nur die Kamele wirken etwas befremdlich.

Die fünfte Etappe ist bei den 4Deserts-Läufen bekannt unter der Bezeichnung: “The Long March”. Diese über 70 Kilometer lange Etappe ist für viele Teilnehmer mehr als eine eintägige Herausforderung. Bereits bei der Streckenmarkierung heult der Wind bedrohlich in meinen Ohren. Es sind weit und breit keine Gebäude, Tiere oder Menschen Spuren erkennbar. Ich bin tief im Tien-Shan Gebirge angekommen. Einige der Läufer werden diesen Abschnitt bei Nacht bewältigen müssen, denke ich. Auf etwa 2700 Metern begegnet mir ein dunkler Reiter, er ist Mongole. Als er näher kommt, begrüßen wir uns freundlich, betrachten uns neugierig und ziehen dann unseres Weges – ich stecke weiter kleine pinkfarbene Fähnchen, er reitet davon. Wie überleben diese Menschen in dieser rauen Umgebung?

Als Trail-Läufer erlebt man viele wunderbare Momente, jedoch gibt es diese ganz besonderen Augenblicke im Leben, die sich ewig in das Gedächtnis brennen. Als ich mich schniefend über den zweiten hohen Pass schiebe, erblicke ich einen gigantischen azurblauen See, zu dessen Ufern sich farbenfroh blühende Blumenwiesen ausbreiten. Eingerahmt von schneebedeckten Bergen liegt er ruhig und schweigsam vor mir. Die Wucht und Kraft dieses Anblicks muss wohl auch Dschingis Khan beeindruckt haben, denn sein Denkmal steht noch heute am Ufer. Der Sayram See liegt auf 2073 Metern und wird als “Perle der Seidenstraße” bezeichnet. Sayram bedeutet in kasachischer Sprache “Segen”.

Am darauffolgenden Tag ist der See alles andere als ein Segen für die Läufer. Wir sitzen in unseren Geländewagen als der Regen bedrohlich laut gegen die Karossen peitscht. Die Fenster sind geschlossen, was die Fahrer nicht davon abhält im Fahrzeug zu rauchen. Draußen spielen sich apokalyptische Szenen ab. Durchziehende schwarze Wolken bringen Regen und Hagel im Minutentakt. Unsere Zelte halten den eisigen Böen nicht stand und klappen wie Kartenhäuser in sich zusammen. Nur die ersten neun Läufer erreichen das Ziel am Ufer des Sayram Sees und werden von den Helfern mit Decken und heißem Wasser empfangen. Der Rest des Feldes wird angehalten, in Busse und Fahrzeuge verladen und zu einer nahegelegenen Jurtensiedlung befördert. Die roten Teppiche in den Jurten sind klamm, meine Bekleidung ist nass. In der darauffolgenden Nacht fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt und Eiskristalle glitzern im Lichtkegel meiner Stirnlampe.

Sayram Lake

Am siebten Tag präsentiert sich die azurblaue Perle erneut in ihrer ganzen Pracht. Das Spiegelbild der schneebedeckten Berge liegt ruhig im Wasser. Auch nach über 200 Kilometern in den Beinen bewegen sich die Teilnehmer des zehnten Gobi Marches mit einem Grinsen durch die gelben und blauen Blüten der Seeufer als seien es ihre ersten Schritte – das Panorama und die Stimmung sind gigantisch.

Projekt: Rim to Rim to Rim

The Grand Canyon

Gäbe es das Buch “1000 Places To See Before You Die” in einer Sonderausgabe für Trail Runner, wäre der folgende Eintrag ganz gewiss darin aufgeführt: Rim to Rim to Rim (R2R2R). Die Strecke führt vom Südrand des Grand Canyon hinunter zum Colorado River, durch den Canyon hindurch, hinauf zur Nordkante und wieder zurück – ein achtzig Kilometer langes Abenteuer im Wilden Westen der USA mit über dreitausend Höhenmetern Auf- und Abstieg. Große Namen der Trail-Szene haben hier bereits mehrfach ihre Spuren und Schweißtropfen im Staub hinterlassen: Dakota Jones, Anton Krupicka, Krissy Moehl sind einige davon. Für mich gibt es keine bessere Möglichkeit, diese gewaltige Landschaft in ihrer Schönheit und Vielfalt und mit ihren zahlreichen Bewohnern so zu erleben, wie sie sich uns präsentiert.

The US-Car

Mein Sports-Utility-Vehicle (SUV) summt leise und einsam durch die nordamerikanische Prärie. Schier unendlich erstrecken sich die gelben Grasflächen zu beiden Seiten der Fahrbahn. Es braucht nicht viel, um sich vorzustellen, wie hier einst die Cowboys ihre Kuhherden gen Sonnenuntergang trieben. In einer winzigen Siedlung biege ich auf den Highway 64 West zum Grand Canyon Village ab. Die schmale Straße führt allmählich hinauf auf über 2000 Meter und lässt die Temperaturen stetig fallen. Zu meiner Rechten zeichnen sich im Schein des Vollmondes die grauen Silhouetten der gewaltigen Schlucht ab, jedoch wird plötzlich meine Aufmerksamkeit zurück auf die Straße gelenkt und muss schlagartig bremsen: Ein riesiger Wapiti steht im Scheinwerferlicht und starrt mich an. Diese Tiere sehen unserem europäischen Rothirsch ähnlich, sind allerdings noch größer. Ich hupe ihn freundlich an, da trottet er gelassen zurück ins Gebüsch.

Wechsel Pathfinder ZG
Wechsel Pathfinder ZG

Gegen 20:30 Uhr parke ich vor dem Pförtnerhäuschen am Eingang des Mather Campground beim Grand Canyon Village – es ist dunkel und kalt hier oben. An der Seite des Häuschens hängt eine Liste mit Namen, darunter zu finden: Thomas Bohne, Zelt, Platz 168. Passt ja, denke ich und lasse meinen Blick auf die fetten Buchstaben unterhalb der Liste schweifen: “If you arrive late at night, you must register here the next morning or your space will be given away. Opening hours: 08:00 o’clock …”. Mehr muss ich nicht lesen, um zu verstehen, dass diese Information erhebliches Konfliktpotenzial zu meinem Plänen birgt. Bereits früh morgens wollte ich aufbrechen, um der brütenden Tageshitze im Canyon zu entgehen. Daraus wird jetzt nichts, denn ich will meinen Zeltplatz nicht verlieren.

bus stop @ mather campground
bus stop @ mather campground

Kurz nach acht Uhr habe ich erfolgreich am Zeltplatz eingecheckt und warte an der Bushaltestelle vor dem Campingplatz auf das Shuttle zum South Kaibab Trailhead. Der South Kaibab Trail ist die steilere und kürzere Variante hinunter zum Colorado River als der Bright Angel Trail. Mit am Busstop steht ein deutsches Wandererpärchen. Beide sportlich, mit großem Rucksack ausgestattet und bei bester Laune, scheinen sie doch überrascht, einen deutschen Läufer hier anzutreffen und noch dazu, als ich ihnen meine Tagesetappe erläutere. Dass mir die wilden Tiere mehr Sorgen bereiten als die achtzig Kilometer Streckenlänge, stößt endgültig auf Unverständnis. Neben den gängigen Klapperschlangen und Skorpionen siedeln hier Pumas, Kojoten und Luchse – das sind diese etwas größeren Katzen mit unglaublich schönen Augen und kurzem Schwanz. Im Gegensatz zu Hauskatzen verdrücken diese auch größere Beute. Wilden Tieren begegne ich grundsätzlich mit großem Respekt, besonders den Tieren, die in extremen klimatischen Bedingungen überleben müssen.

Grand Canyon South Rim
Grand Canyon @ South Rim

Um 08:30 Uhr stehe ich am Trailhead und blicke erstmals über Südrand des Canyons – whoa! Nicht auszumalen, wo auf der anderen Seite der Trail wieder hinaufführen soll. Die Nordseite gleicht einer mächtigen, senkrechten Steilwand. Die Sonne steht bereits hoch und brennt kräftig auf den roten Fels – ich bin spät dran. Als ich freudig in die Tiefe trabe, hecheln mir die ersten Wanderer schwer bepackt entgegen. Der Trail ist technisch einfach, staubig und riecht ab und zu nach Muli. Lediglich die treppenartigen Absätze und Wasserableitungen bringen mich konstant aus dem Rhythmus. Auf dem South Kaibab Trail werden fantastische 360° Panoramen und Fossilien geboten — eine Fotopause folgt der nächsten! Unterwegs passiert mich eine Maultierkolonne mit richtigen Cowboys, die Proviant für die Ranches im Canyon befördert. Der starke Akzent und der nicht minder strenge Geruch dieser Jungs ist deren bestimmendes Merkmal. Echter Wilder Westen! Im Abstieg nippe ich vorsichtig am Schlauch meiner Trinkblase. Bähhhh! Das Wasser schmeckt richtig übel, dabei habe ich die Blase erst vor wenigen Minuten gefüllt. Nach etwa einer Stunde bergab erreiche ich den grün schimmernden Colorado River — die Lebensader des Südwestens der USA — und kurz darauf die Phantom Ranch, eine idyllische Siedlung aus Hütten und Zelten für Touristen. Das deutsche Pärchen wird hier übernachten, bevor sie — wie die meisten Wanderer — am darauffolgenden Tag über den Bright Angel Trail oder den South Kaibab Trail wieder zum Grand Canyon Village aufsteigen. Vor dem Ab- und Aufstieg am gleichen Tag warnen zahlreiche, anschauliche Hinweistafeln. Nicht auszudenken, wie eine Warnung vor dem R2R2R aussehen würde. Der Trail schlängelt sich entlang eines Baches durch eine enge Schlucht mit hohen, senkrechten Wänden. Die Felswände bieten ausreichend Schatten für sattes Grün und ein angenehm feuchtwarmes Klima.

Arizona 29

Nach wenigen Kilometern schließe ich zu einem Läufer auf – er heißt Jeff und kommt aus Minnesota. Jeff ist mit seinem Vater und seinem Onkel bereits seit drei Tagen in der Phantom Ranch zu Gast und seine Begleiter haben heute Ruhetag. Deshalb trabt Jeff allein in Richtung Tagesziel: die rauschenden Wasserfälle in einigen Kilometern Entfernung. Als sich unsere Wege trennen, ist der Canyon breiter geworden und Kakteen, Sträucher und Dornbüsche bestimmen nun die Vegetation. Flink flitzen kleine und größere Echsen durch meine Füße und ich denke: Wo das Futter ist, ist auch der Jäger nicht weit! Nach ca. 25 Kilometern erreiche ich das Cottonwood Camp, fülle frisches Wasser in die Trinkblase und stülpe mir das klatschnasse Buff über den Kopf, denn es ist heiß geworden. Mein Magen rumort. Im Dickicht baut ein alter Greis sein Zelt auf, ganz still und allein. Als ich ihn bemerke, rufe ich ihm zu, ob alles okay ist. “Die Fliegen werden schlimmer”, erwidert er. Wenige Minuten später lasse ich das Rangerhaus rechts liegen und trabe den Anstieg zum North Rim hinauf. Spektakulär ist der Pfad in den roten Fels gefräst; den Abgrund immer vor Augen passiere ich Millionen, ja sogar Milliarden Jahre alte Gesteinsschichten und bin fasziniert von den einzigartigen Formen und Farben. Auf der anderen Seite tosen Wasserfälle — die Ribbon Falls — die Wand hinunter und dann plötzlich: Bäääämmm! Das war kein Schuss, eher eine Explosion ganz in meiner Nähe. Der Weg wird steiler, ich fotografiere und spiele mit dem Licht. Mein Magen beruhigt sich nicht, mir fehlt die Energie und ich muss gehen. Oberhalb einer Brücke sitzen zwei Arbeiter, neben ihnen liegt Sprengvorrichtung. Als ich sie freundlich bitte, mich nicht in die Luft zu jagen, grinsen sie. Die sprengen hier tatsächlich den Weg frei, fährt es mir durch den Kopf, als ich durch einen Tunnel über die Trümmerteile steige. Am Tunnelausgang arbeitet eine Schar Männer mit Spitzhacken und Presslufthämmern. Die Wasserstelle am Tunnelausgang ist trocken, meinen sie. Und tatsächlich, es tut sich kein Tropfen. Auch oben am Trailhead ist alles abgestellt, wegen dem Frost, sagen sie. Die Straße öffnet erst am 15. Mai. “Brauchst du Wasser?”, fragt der Arbeiter mit dem längsten Vollbart? “Nein danke, ich habe noch Wasser”, entgegne ich und denke: Wird schließlich auch kühler da oben. Ich laufe weiter und treffe auf weitere Arbeiter und Maultiere. Sie bereiten den Weg für die Hauptsaison vor. Eine Läuferin kommt mir entgegen. Sie ist bereits auf dem Rückweg und trabt locker bergab. Ich hoffe mir geht es bald besser.

North Kaibab Trail
North Kaibab Trail

Nach vierzig Kilometern und fünf Stunden stehe ich an der Nordkante. Im Schatten der Fichten liegt Schnee und eine frische Brise weht durch mein Shirt. Der kleine Kiosk ist geschlossen, nur ein Ranger fährt vorbei. “Hier kommen derzeit nur Läufer und Arbeiter hoch, die Straße ist 45 Meilen unterhalb gesperrt”, sagt er ruhig. “Wie lange hast du gebraucht?” “Fünf Stunden”, erwidere ich. Der Abstieg tut gut, die Muskeln in den Beinen lockern auf und der lose Sand federt jeden Schritt wie ein Kissen. Mein Wasservorrat ist endgültig aufgebraucht aber ich will nicht fragen, drücke dafür einem Arbeiter ein paar meiner Cliff Bars in die Hand. Die bekomme ich eh nicht runter ohne Wasser. Unten am Rangerhaus fülle ich die Trinkblase auf. Beim ersten Schluck muss ich spucken. Das Wasser schmeckt so widerlich, dass ich würgen muss. Eine Mischung aus Chlor, Öl und Eisen liegt mir auf der Zunge. Um die Brühe möglichst schnell an meiner Zunge vorbeifließen zu lassen, ziehe ich in tiefen Zügen. Die Sonne brennt erbarmungslos in den Canyon, alles raschelt um mich herum. Beim Cottonwood Camp treffe ich wieder auf den Alten. Sein Zelt steht jetzt und ich setze mich zu ihm auf eine Bank. Er erzählt mir von seinem Zuhause in Las Vegas und dass er seit vier Jahren in den Canyon zum Zelten kommt. Kurz vor der Phantom Ranch hole ich die Läuferin ein. Sie hat Blasen und muss gehen. Das Wasser? “Schmeckt scheußlich”, meint sie. Sie nimmt den South Kaibab am Ende, will fertig werden. Ich entscheide mich für den fünf Kilometer längeren Bright Angel Trail, denn ich bin neugierig und meine Beine fühlen sich gut an.

Colorado River
Colorado River

An der Phantom Ranch ruft jemand meinen Namen. “Thomas?” Die deutschen Wanderer haben mich erkannt und fragen nach meinen Erlebnissen. “Gefährlichen Tieren bin ich nicht begegnet aber jeder Kilometer ist ein Erlebnis. Einfach wunderschön!”, beschreibe ich die letzten Stunden und verschweige dabei die brodelnde Chlorbrühe in meinem Bauch. Ich eile weiter in Richtung Bright Angel Trail, doch bereits beim ersten Anstieg fehlt mir die Kraft und ich beschließe zu gehen. Im Farbenspiel des Abendlichtes schimmern die Felsen goldbraun, der grüne Colorado rauscht lebendig dazwischen. Plötzlich halte ich inne, stehe wie angewurzelt und bewege mich keine Millimeter. Der Beitrag im Trail Magazin von Philipp Reiter schießt mir in den Kopf: Immer vorausschauend laufen, niemals den Blick nur wenige Meter vor sich richten. Da liegt sie, ganz still, prächtig und anmutig, seelenruhig – eine einmeterlange Klapperschlange wärmt sich lang ausgestreckt auf dem Pfad vor mir. Nach den Begrüßungsfotos will ich weiter, doch die Schlange reagiert nicht auf mein Stampfen, ist scheinbar gemütlich auf dem warmen Sandboden. Vorsichtig mache ich einen Bogen und stapfe weiter bergauf, achte auf jeden Tritt. Mir fehlt die Energie und so werden die letzten Kilometer sehr lang und in der Dunkelheit noch viel länger. Nach ca. 12 Stunden erreiche ich das Grand Canyon Village, sehr müde und kalt aber zufrieden.

Would you have seen it?
Would you have seen it?

Der Morgen nach dem Lauf beginnt für mich mit einem Frühstück im Hotel El Tovar. In klassischem Ambiente tanzen die Kellner wie Bienen um mich herum und sind um mein Wohl bemüht. Sie servieren das denkbar deftigste Frühstück zur vollständigen Wiederherstellung meiner Geschmacksnerven und Energiereserven.

Thank you Jim McLaughlin for this wonderful recommendation!

Im Wilden Westen

 

Summit of Mount Kimball

Mount Kimball

Plötzlich bin ich wach, drehe mich um und schaue aus dem Fenster. Draußen ist es stockdunkel, nur die Sterne schimmern friedlich in der Nacht. Die Uhr zeigt drei Uhr, aber ich kann nicht mehr schlafen, bin nervös, will raus. Leise schleiche ich durch das Haus, lasse etwas Wasser in die Trinkblase meines Rucksacks plätschern und schlüpfe in die Laufshorts. Im Schein meiner Stirnlampe trabe ich durch die Straßen von Tucson, Arizona.

Tucson @ night

Die Straße ist stockdunkel und ab und zu röhrt ein gigantischer Geländewagen an mir vorbei. Hoffentlich schießt mich hier keiner über den Haufen, denke ich. Etwas erleichtert biege ich auf den Fingerrock Trail ab und hinter mir breitet sich Tucson als majestätischer Lichterteppich aus. Nur meine Schritte rascheln jetzt im Sand, sonst ist es still um mich herum. Die Klapperschlangen schlafen noch.

sunrise

Der Trail führt zunächst durch einen Wald riesiger Saguaro Kakteen, dazwischen haben sich die kleineren Feigenkakteen, Igel-Kakteen und deren stachelige Verwandte ausgebreitet. Die Vegetation wächst förmlich auf einem Geröllfeld und jeder Fehltritt wird sofort mit Stichen bestraft. Hier kämpft jeder ums Überleben. Mein feuchter Atem wird von der Luft aufgesogen wir Wasser von einem Schwamm, die Lippen sind ständig trocken. Über große Brocken und Steinplatten trabe ich den steilen Pfad bergauf, während hinter mir die Morgendämmerung anbricht.

summit

Oberhalb der “Kakteengrenze” ändert sich die Vegetation und geht über in eine steppenartige, trockene Landschaft mit hohen, braunen Steinformationen. Als Farbtupfer präsentieren einzelne Kakteen ihre Blütenpracht und sporadisch zieht ein süßer, blumiger Duft durch meine Nase. Meine Schritte werden etwas kürzer, denn immer öfter drehe ich mich um und betrachte das Farbenspiel am Horizont. Am Gipfel bietet sich ein Panorama mit gigantischen Weitblick. In der frischen Morgenbrise genieße ich den Ausblick unter der noch schwachen Sonne.

Mount Kimball ist einer der höchsten Gipfel der Santa Catalina Mountains nördlich von Tucson. Die Strecke vom Trailhead (Alvernoon North) bis zum Gipfel und zurück ist etwa 18 Kilometer lang und beinhaltet etwa 1500 Höhenmeter im Anstieg. Für Wanderer stellt diese Tour eine anspruchsvolle Tagesetappe dar. Die Sonne und die Temperaturen sollten nicht unterschätzt werden. Nehmt ausreichend Wasser mit und brecht früh auf!

Tucson (6)downhill