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Radtour durch die Vulkanlandschaft

Was macht ihr als erstes, wenn ihr in einem fremden Land ankommt? Richtig, ihr sucht einen WiFi-Hotspot, geht zu Craigslist und kauft ein gebrauchtes Fahrrad. Warum? Dazu später mehr.

Für 99 Dollar war ich stolzer Besitzer eines Rennrades, das umgehend im Kofferraum meines Leihwagens verschwand. Zum Glück sind auch die Kleinwagen in den Staaten grundsätzlich etwas größer als unsere europäischen Pendants.

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Gestern wollte ich meinen neu erworbenen Drahtesel endlich ausprobieren, denn so viel Vertrauen hatte ich in das alte Gefährt dann doch nicht und Überraschungen sind nicht immer willkommen. Kurzerhand fuhr ich auf einen Parkplatz etwas außerhalb von Flagstaff, packte das Rad aus und es konnte losgehen. Leider war das Sattelrohr etwas zu kurz. Folglich saß ich wie eine eierlegende Ente auf dem Rad und rollte zunächst noch frohen Mutes über die amerikanische Landstraße. Nach knapp zehn Minuten fühlte sich mein Drahtesel bereits an, als ob der Esel mit dem Schwanz wackelt. Ein Blick auf das Hinterrad sorgte für Ernüchterung: Der Hinterreifen war dabei sich auszulösen. Kurzerhand machte ich kehrt und rollte zurück in Richtung des rettenden Autos. Etwa 500 Meter vor dem Parkplatz gab es einen lauten Knall und der Hinterreifen war endgültig platt.

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Schiebend entschloss ich: Also gut, das Rad muss zur Reparatur. Per GPS machte ich eine Radwerkstatt ausfindig. Meine Bestellung lautete: “Bitte zwei neue Reifen, zwei Schläuche und eine Sattelstütze.” Die Jungs staunten nicht schlecht beim Anblick meiner Reifen, halfen aber umgehend.

Etwas später startete ich den zweiten Versuch in der Nähe vom Sunset Crater. Eine reizvolle Schleife durch die Kraterlandschaft wäre circa 80 Kilometer lang. Da noch fünf Stunden bis Sonnenuntergang waren, dachte ich: machbar!

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Das Rad rollte mit den neuen Reifen gut bergab, doch bergauf kam ich nicht in Schwung. Scheinbar war das Problem weniger der schwere Stahlrahmen oder die aktuelle Höhe von über 2000 Metern, sondern eher die ineffiziente Mechanik und die kurzen Kurbeln. Als ich nach einer Stunde erst zwanzig Kilometer zurückgelegt hatte und von meiner halbgrünen Lavalandschaft in die Painted Desert — eine Wüste im Nordosten Arizonas — rollte, schaltete ich beim GPS neben Gesamtanstieg auch Gesamtabstieg dazu. Die offenbarte einiges: Bisher hatte ich etwa 150 Meter Anstieg bewältigt aber tatsächlich schon 500 Meter Abstieg. In Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit und meiner Wasservorräte von einem halben Liter, entschied ich mich zum kontrollierten Rückzug.

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Mit der längeren Sattelstütze schniefte ich im Ententempo die Hügel hinauf zurück, natürlich mit Gegenwind. Es roch nach Kiefern und zu beiden Seiten erstreckte sich eine schwarze, wilde Lavalandschaft mit Kiefernhölzern und trockenen Büschen. Das Gras flimmerte goldgelb im Sonnenlicht und ich stellte mir vor, wie hier diese riesigen Büffel grasen — das ist der Wilde Westen! Die Schaltung meines Rades ratterte, aber funktionierte tadellos und ich kam voran. Wenige Kilometer vor meinem Auto erstarrte ich förmlich auf dem Rad. Direkt vor mir gleitet eine Schlange mit einem guten Meter Länge gemütlich über die Straße.

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Kurzerhand flog mein Drahtesel auf die Seite und ich lief in sicherem Abstand mit Kamera in der Hand hinter dem Reptil her. Ein Teleobjektiv hätte ich hier dem Weitwinkel vorgezogen. Unbeeindruckt setzte sie ihren Weg fort und ich fragte mich: Was zur Hölle ist das für eine Schlange? Das Muster ähnelte meinen Erinnerungen an eine Klapperschlange, aber die Klapper fehlte. Wie praktisch, dass nach wenigen Kilometern ein Besucher-Zentrum am Weg lag, wo ich nachfragen konnte. Es handle sich um eine Gopher-Snake, teilte mir die junge Frau mit — nicht giftig. Am Auto angekommen, packte ich den Drahtesel weg und trank den letzten Tropfen Wasser aus — Test bestanden, dachte ich.

Vorschau: 250 Kilometer durch die Namib

Wenn sich im Mai 2016 knapp 200 Ultraläufer aus über 40 Nationen in der Wüste Namib treffen, betreten sie ein lebendes Museum von unglaublicher Schönheit und Komplexität. In sechs Etappen werden die Läufer 250 Kilometer in der trockensten und ältesten Wüste der Erde bewältigen und dabei völlig unberührt Gebiete durchqueren.

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Ein warmer Wüstenwind weht durch das Cockpit, während unser Flugzeug über einen breiten Dünengürtel schwebt. Zwischen den majestätischen Dünen verstecken sich keine, grüne Inseln und grazile Marmorreliefs. Die Skelettküste im Nordwesten Namibias ist eine unzugängliche und einsame Region. Touristen dürfen diesen Bereich nicht betreten. Aus der Luft sieht die Landschaft aus wie ein abstraktes Gemälde: Schwarze, rote und gelbe Linien zeichnen ein Gemälde wie auf einer Leinwand. Sie ist die älteste Wüste der Welt und hat viel gesehen und erlebt. Über 1000 Schiffswracks liegen versunken im Sand und sind stille Zeugen von zahlreichen Tragödien, die sich hier abgespielt haben. Statt Zuflucht erwartete die Gestrandeten am rettenden Ufer die erbarmungslose Hitze eines der trockensten Orte unseres Planeten. Die Schiffswracks und Knochen gaben der Skelettküste ihren Namen.

Hyänenspuren führen zum  Wrack
Hyänenspuren führen zum Wrack

Eine besonders spektakuläre Rettung ereignete sich im November 1942. Das britische Frachtschiff Dunedin Star strandete vor der Küste mit 85 Personen Besatzung und 21 Passagieren. Ein Teil der Passagiere konnte das Ufer erreichen, bevor das Rettungsbot zerbrach. Während der Rettungsmission sollte ein nagelneues Flugzeug Wasser und Lebensmittel für die Schiffbrüchigen abwerfen. Da die Masse der Vorräte beim Auftreffen zerstört wurde, entschied sich der Pilot des Rettungsflugzeugs zur Landung. Dies war eine fatale Entscheidung. Der nagelneue Lockheed Ventura Bomber landete auf einer Salzebene und versank im Sand. Ein Konvoi der südafrikanischen Armee machte sich auf den 950 Kilometer langen Weg zu den Hilfesuchenden. Drei weitere Flugzeuge warfen daraufhin Proviant und Wasser für die Gestrandeten ab und versorgten außerdem den Rettungskonvoi. Bei der Rettung waren auch Schiffe beteiligt. Eines davon versank mit zwei Personen an Bord Besatzung und Passagiere der Dunedin Star waren nach 27 Tagen gerettet.

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Die Namib ist keine gewöhnliche Wüste. Im Westen trifft sie auf eine der nährstoffreichsten und fischreichsten Meeresströmungen der Erde — den Benguelastrom. Ihre Pflanzen- und Tiere haben sich auf spektakuläre Weise die extremen Bedingungen angepasst.

Welwitschia mirabilis
Welwitschia mirabilis

Die Welwitschia mirabilis ist Teil des Wappens Namibias und trinkt Küstennebel. Obwohl sie bis zu 2000 Jahre alt werden kann, besitzt sie lediglich zwei Blätter und die lebenswichtige Fähigkeit, Wasser vom Tau der Blätter aufzunehmen.

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Wenn die Flussbetten austrocknen, bleiben wenige Wasserstellen übrig. Wüstenelefanten legen auf ihrem Weg zu Wasserstellen bis zu 80 Kilometer pro Nacht zurück und Oryxantilopen können ihre Körpertemperatur tagsüber auf 40 Grad Celsius anheben, um die Hitze zu überstehen. Sie benötigen kein Trinkwasser und können es auch ausschließlich über ihre Nahrung aufnehmen.

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Läufer sind deutlich schlechter angepasst. Sie werden deshalb alle zehn Kilometer mit Wasser versorgt. Ihre Ausrüstung und Nahrung tragen sie bei einem 4Deserts-Lauf im Rucksack bei sich. Die Rucksäcke wiegen zwischen sechs und fünfzehn Kilogramm. Die Läufer mit leichteren Rucksäcken liegen in der Platzierung erfahrungsgemäß weiter vorn. Übernachtet wird im Gemeinschaftszelt und Duschen gibt es erst weit hinter der Ziellinie. Wer dieses Abenteuer übersteht, ist danach ein anderer Mensch.

Oryx-Antilopen
Oryx-Antilopen

Vorschau: Gobi March 2015 – Eine Karawane der besonderen Art

Der Gobi March zählt zu den härtesten Wüstenrennen, denn er führt seine Teilnehmer in eine der entlegensten Regionen der Erde – die Wüste Gobi. In diesem Jahr war ich mit der Planung einer neuen Strecke beauftragt und gebe hier einen Ausblick auf das, was die Läufer während ihres einwöchigen Abenteuers erwartet.

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Vom Weltall sieht sie aus wie eine trockene Pfütze mitten in Zentralasien. Ihre Ausmaße sind gigantisch und sie ist umgeben von den höchsten Gebirgsketten unserer Erde: den Kunlun Bergen im Süden und gleich dahinter dem Himalaya, dem Pamir im Westen und im Norden dem Tien Shan. Die Wüste Gobi ist berüchtigt für ihr extremes Klima, ihre karge, steinige Landschaft. Plötzlich auftretende Stürme lassen den Tag zur Nacht werden und haben in der Vergangenheit ganze Karawanen von Reisenden verschlungen. Die Menschen in dieser Region haben sich angepasst. Sie haben gelernt, zu überleben. Ihre braungebrannten, faltigen Gesichter und ihre rauen, furchigen Hände zeichnen ein Bild von einem Leben in den Extremen.

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Mit der zwölften Austragung des Gobi Marches zieht erneut eine Karawane durch die karge Einöde. Ultraläufer aus über 40 Nationen haben sich in der chinesischen Provinz Xinjiang verabredet, um in sechs Tagen 250 Kilometer zu Fuß und nahezu autark zurückzulegen. Dabei werden sie schwitzen, bluten, Tränen werden fließen und es werden Freundschaften fürs Leben geschlossen. Viele wird dieser Lauf für immer verändern und für einige wird es das Abenteuer ihres Lebens. Was erwartet die Teilnehmer des Gobi March im Jahr 2015?

Die Region um die Oase Hami war bereits 2006 Austragungsort für den Gobi March. Die Reisenden auf der Seidenstraße schätzen Hami besonders für seine süßen Melonen, die großen Rosinen und den herrlichen Wein. Hami ist das östliche Tor nach Xinjiang und mittlerweile zu einer chinesischen Großstadt mit geraden Straßen und Betonhäusern gewachsten. In den schmalen Gassen abseits der verkehrsbeladenen Hauptstraßen herrscht jedoch noch immer die Ruhe und Gelassenheit einer Wüstenoase.

Direkt hinter dem Hotel, das die Läufer des Gobi March 2015 beziehen werden, liegt der Duft von gegrilltem Schaffleisch in der Luft. Nebenan verkauft ein Händler die saftig-süßen Früchte der Region. Zahlreiche Minoritäten wie Uiguren, Hui, Kasachen und Mongolen sind hier zu Hause. Schaffleisch in allen Varianten bildet das Grundgerüst aller Speisekarten in Hami. Schaffleisch gegrillt, gekocht oder gebraten als Hauptspeise oder kalte Knochen als Snack zwischendurch.

Erste Etappe

Von Beginn an werden die Läufer sprachlos gelassen. Das erste Zeltlager liegt inmitten bizarrer rotbrauner Steinformationen und nicht zuletzt auf einer Höhe von 2400 Metern. Vorbei an Nomadenhäusern und durch steile Schluchten schlängelt sich ein schmaler Pfad hinaus in die weiten Grasebenen Dschingis Khans. Mit etwas Glück sind Reiter zu sehen und einzelne Kamelherden grasen friedlich im satten Grün. Nach etwa 25 Kilometern ragt mitten im Grün eine gigantische Sanddüne empor. Gleich daneben befindet sich der dritte Checkpoint und die letzte Verpflegung vor dem zweiten Zeltlager.

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Zweite Etappe und dritte Etappe

Eine Schotterpiste schlängelt sich auf einen 2770 Meter hohen Bergpass des Tien Shan hinauf. Am höchsten Punkt ruht ein Kloster, vor dessen Pforte ich im März noch hüfttief im Schnee steckte, während unser Fahrer einen steckengebliebenen Geländewagen aushob. Wir waren die ersten Besucher nach dem strengen Winter. Langsam windet sich die Straße vom Pass hinab und eröffnet immer wieder den Blick in das schier endlose Becken um Hami. Knochenbrecherische Gerölllandschaften mit messerscharfen Steinen gewähren genug Raum für einen schmalen Pfad durch die Ausläufer des Tien Shan. Dazwischen verstecken sich malerische Oasen mit Schafherden und Aprikosenbäumen.

Vierte Etappe

Diese Etappe schließt den Bogen vom Gebirge zur Wüste. Um von den Ausläufern des Tien Shan in das Hami-Becken zu gelangen, muss eine breite Fläche aus Geröll und Büschen durchquert werden. Dazwischen verlaufen Wassergräben und am Horizont zeichnen sich die Silhouetten der Skyline von Hami ab. Sind die deutlichen Zeichen unserer Zivilisation passiert, betreten die Athleten den Boden der Wüste um Hami. Nahe eines Dorfes, das wir Aprikosendorf getauft haben, ragen rote Steinformationen empor. Dort befindet sich das Camp Fünf.

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Fünfte Etappe – The Long March

Bereits mit den ersten Schritten betreten die Läufer den pechschwarzen Boden der Wüste Gobi — wir nennen sie Schwarze Gobi. Die flimmernde Luft lässt den Horizont verschwimmen und manchmal meint man, in der Ferne einen Ozeanteppich zu erkennen. Einige nennen das Fata Morgana. Schon bald stehen bizarre Formationen wie einsame Säulen inmitten dieses schwarzen Meeres. Über Jahrtausende haben Wind und Sonne hier Kunstwerke geschaffen, die hiesige Adlerpärchen jetzt als Nistplätze missbrauchen. Nur wenige Menschen verirren sich in diese Gegend. Das sechste Zeltlager erwartet die Läufer vor einer besonders imposanten Formation, die den Einheimischen als Heilige Frau geläufig ist.

Bizarre Skulpturen inmitten der Wüste
Bizarre Skulpturen inmitten der Wüste

Die letzten Schritte

Die letzten Schritte des Rennens bringen die Läufer über knappe 15 Kilometer bis ins ersehnte Ziel. Wer auf dem Weg genau hinsieht, kann auf dem Boden die eine oder andere wertvolle Überraschung entdecken. Was die Läufer im Ziel erwartet, kann ich an dieser Stelle nicht schreiben. Nur so viel sei verraten: Der Zieleinlauf ist bisher bei jedem Läufer ein unvergessliches Erlebnis geblieben.

Informationen

Weitere Informationen zum Rennen findet ihr unter:

www.4deserts.com/gobimarch

Für die Anreise empfehle ich folgende Varianten:

  1. Flug nach Urumqi, dann Zug nach Hami
  2. Direktflug nach Hami von einem der großen Hubs

Weitere Informationen zur Reiseplanung liefert der Veranstalter.

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Wer das Rennen mit einer Chinareise verbinden möchte, dem lege ich wärmstens Country Holidays als Veranstalter ans Herz.

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Die Amerikanerin Mary Gadams nahm selbst an zahllosen Ultramarathonläufen, Wüstenrennen und Abenteuerrennen teil, bevor sie 1996 RacingThePlanet gründete. Ihr Ziel war es, Menschen in die verbliebenen abgeschiedenen Regionen unserer Erde zu führen. Sie ist allerdings nicht die Geschäftsführerin eines Reiseunternehmens, sondern schickt Extremsportler auf 250 km lange Läufe. RacingThePlanet veranstaltet seitdem mit der 4-Deserts Serie vier Etappenläufe, die Athleten durch die vier größten Wüsten unserer Erde führen: das Dünenmeer der Sahara in Ägypten, die heißen Ebenen der Gobi in China, die vertrockneten Salzseen der Atacama in Chile und nicht zuletzt durch die klirrend kalten und schier unerreichbaren Eisfelder der Antarktis. Während der Rennen tragen die Läufer ihre komplette Ausrüstung am Körper, lediglich Zelte und Wasser werden von der Organisation bereitgestellt.



Vor dem Start

Ich steige am 20. Juni um 23:00 Uhr auf dem Flughafen Ürümqi aus dem Flugzeug und ein warmer Wind weht über meine Haut. Augenblicklich steigt der Geruch der Wüste in meine Nase und weckt Erinnerungen an vergangene Rennen in dieser Region. Wenige Minuten später treffe ich weitere Mitarbeiter von RacingThePlanet aus Hongkong, Großbritannien und den Vereinigten Staaten in einem Hotel in der Stadt. Chuck empfängt mich bereits in der Lobby, denn er kann es kaum erwarten aufzubrechen. Wir beide arbeiten in den folgenden zwei Wochen für RacingThePlanet. Unsere Hauptaufgabe ist die Bereitstellung einer markierten, sicheren 250 km langen Strecke für 152 Athleten und die Positionierung der einzelnen Teams der Organisation während des Rennens. In einer Gegend mit geringer Infrastruktur, extremen Naturgewalten, einem internationalen Team und nicht zuletzt eigensinnigen Fahrern stellt dies eine gewaltige Herausforderung für zwei Personen dar. Chuck Walker hat bereits alle großen Wüsten durchquert und scheint nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen.Während ich die wenigen Stunden im fünf Sterne Hotel im King-Size Bett versinke, beobachte ich, wie sich Chuck neben meinem Bett in seinen Schlafsack rollt. Am nächsten Morgen verlassen wir die Millionen-Metropole und fahren in Richtung Wüste.



Die Temperaturen steigen stetig, bei knapp 46 Grad Celsius Innentemperatur sitzen wir reglos im Auto, Klimaanlage: Fehlanzeige. Nach ca. 6 Stunden erreichen wir eine Stelle in der Wüste, die später als Camp dienen soll und entdecken erstes Leben. Völlig unerwartet vollführt Fahrer Hassan plötzlich hektische Bewegungen und zeigt vor sich auf den Boden. Zwei lange ”Arme“ bedrohlich in die Höhe gestreckt, rast eine handtellergroße Kreatur auf acht Füßen zwischen unseren Beinen hindurch. Ein Einheimischer bestätigt uns, dass diese Spinnen nicht giftig sind, jedoch Skorpione fressen. Ich stelle mir die Begegnung mit den freiwilligen Helfern vor und grinse leicht zu Chuck, der trocken meint: ”Then I guess they live where the food lives.“ Wir sind uns einig, die Nacht lieber weit entfernt in den Sanddünen zu verbringen.



In den nächsten Tagen markieren wir Abschnitte im Turpan Becken – sprichwörtlich ein Freiluftgrill. Ich greife in der Mittagshitze nach meiner Wasserflasche; sie ist heiß. Gerde platziere ich eine Flagge auf einem Erdwall, da erblicke ich ein tiefes Loch vor mir. Offenbar haben Einheimische an dieser Stelle nach Grundwasser gegraben. So weit das Auge reicht, formen hunderte Hügel eine bizarre Kraterlandschaft. Sorgsam entwerfe ich einen Parcours um die Hindernisse herum, um plötzliches Abtauchen von Athleten zu vermeiden. Chuck verliert indes im vertrockneten Aydingkol-Salzsee 154 m unter dem Meeresspiegel seine Schuhsohlen. Der Kleber zwischen Schuh und Sohle hat sich durch die Hitze gelöst. Als er seinen Wasservorrat an einer Oase auffüllen möchte, schnaubt ihn eine Herde Kamele an und versperrt ihm den Weg zur Quelle. Er watet behutsam durch das mit Kameldung gefüllte Wasserloch und beginnt sich zu erfrischen, da taucht neben ihm ein riesiger Schatten auf. Er fühlt den feuchten Atem eines Kamels direkt an seinem Körper. Im nächsten Augenblick schleckt eine glitschige, raue Zunge quer über seinen Rücken.



Die Berge

Nach den Erlebnissen im Turpan Becken blicken wir erwartungsvoll auf die Bergetappen und fahren in ein Dorf auf 2000 m Höhe. Um 02:00 Uhr nachts öffnet uns kein Tor, so werfen wir unsere Schlafsäcke auf einen leeren Anhänger am Straßenrand und schlafen unter leuchtenden Sternen ein. Ein kleiner Strom bringt etwas Wasser ins Dorf, so dass die Bauern Weintrauben und Pfirsiche anbauen können, was dem Dorf den Namen Peach Village gibt. Dennoch lassen der Zustand der Häuser und die Kleidung der Menschen auf ein Leben in Armut und Dürre schließen. Hier im Tian Shan Gebirge geben plötzlich weggespülte Straßen und Temperaturstürze von 20°C innerhalb von 15 Minuten einen kleinen Eindruck von den Naturgewalten, die diese Landschaft prägen.



Das Rennnen

Am 26. Juli startet das Rennen und damit ändert sich auch unser Tagesablauf. Als die Athleten die Startlinie überschreiten, sind wir bereits seit zwei Stunden auf der Strecke und überprüfen alle Wegmarkierungen. Oft fegen nächtliche Stürme die kleinen pinkfarbenen Fähnchen in weite Ferne oder Ziegen führen an ihnen Geschmackstests durch, ganz zu schweigen von der Anziehungskraft, die diese leuchtenden Farben auf Nomaden ausüben. Kurz nach Sonnenaufgang stoße ich auf eine Herde Kühe in den Bergen, die erschrocken auf und davon stürmt. Etwas besorgt verfolge ich die munteren Galoppsätze der Kühe in einen steilen Abhang hinein und frage mich, wie viele lebend unten ankommen. Einige Kehren später treffe ich die Herde erneut und mein Blick fällt spontan auf das Tier mit Hörnern und ohne Euter, das mich mit erhobenem Haupt mustert. Die Athleten wundern sich später sicherlich, dass der Kurs an dieser Stelle von der Ideallinie abweicht.



Als ich am zweiten Tag des Rennens das Zelt verlasse, umhüllt mich ein milchiger Schleier aus Dunst. Läufer Gian Mins sagt dazu später: ”Ich dachte ich bin im Himmel.“ Über Nacht ist dichter Nebel aufgezogen und die Sichtweite beträgt nur noch wenige Meter. Das Course Team sitzt auf das Fahrzeug auf; wir verschwinden in der grauen Masse und entfernen zwei Bergabschnitte von der heutigen Etappe. Der am Vortag Erstplatzierte Australier David Goerke nutzt die Gelegenheit und erreicht das Ziel heute bereits nach 1,5 Stunden, andere Läufer schonen sich auf der kurzen Etappe, denn sie ahnen was ihnen noch bevorsteht. Die Nacht verbringen wir erneut in Peach Village, werden jedoch diesmal fürstlich von Einheimischen bewirtet. Am folgenden Tag bereiten die lediglich zwölf Familien des Dorfes für 200 Personen ein außergewöhnliches Nachtlager.



Wenn Chuck von ”rechtmäßigen“ Dünen spricht, kann das nur bedeuten, dass die bis dahin härteste Etappe des Rennens ansteht. Die atemberaubende Schönheit der endlos erscheinenden Sanddünen gerät so schnell in den Hintergrund. Bereits beim Markieren der Etappe versinke ich tief im glühend heißen Sand und verbrenne mir meine Zehen. An besonders steilen Anstiegen zieht mich ein unsichtbares Band beständig bergab. Einige Athleten stoßen hier an ihre Grenzen, werden jedoch vom wüstentauglichen Besenwagen, dem Kamel, eingesammelt und zum nächsten Checkpoint geschaukelt. Wenige Kilometer weiter hat ein Sturm die Markierungen weggetragen, jedoch befolgen alle Athleten unsere Anweisungen vom Morgen und folgen einem frei stehenden Zaun bis zum Camp – bis auf die Koreaner. Wir schütteln ungläubig unsere Köpfe als wir erfahren, dass die Koreaner den dichten Stacheldrahtzaun überklettert haben und nun neue Wege beschreiten. Jedoch gelangen auch an diesem Abend alle Athleten sicher ins Camp und tauschen dort ihre Tageserlebnisse am Lagerfeuer oder im Ärztezelt aus. Unwesentlich überrascht aber durchaus erheitert vernahm ich die Nachricht, dass im Tagesverlauf eine der handtellergroßen Spinnen im Ärztezelt an der Decke haftete und für Aufregung sorgte. Die familiäre Atmosphäre bei RacingThePlanet wird einem bereits beim Betreten des Camps deutlich. 39 verschiedene Nationalitäten sind bei diesem Gobi March vertreten und 19 freiwillige Helfer opfern ihren Urlaub für eine Woche harte Arbeit. Wer einmal bei einem dieser Läufe war, nimmt neben den Eindrücken und neuen Bekanntschaften auch ein unbeschreibliches Gefühl mit nach Hause.



The Long March

”Der lange Marsch“ bezeichnet mit 80 km die längste Etappe des Laufes. Zunächst führt eine unwirkliche, graue Mondlandschaft die Läufer zu einem riesigen, vertrockneten Salzsee. Vorbei an den Kameloasen, die Chuck in bester Erinnerung behält, verläuft die Strecke auf direktem Weg nach Gaochang. Die Palastruinen der 2000 Jahre alten Oasenstadt Gaochang an der Seidenstraße zählen heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Am Horizont hinter Gaochang leuchten bereits die Flammenden Berge, eine rote Sandsteinformation am Rande der Taklamakan. Das Ziel dieser Etappe und damit letzte Camp des Laufes befindet sich inmitten der Flammenden Berge. Wir verteilen bis spät in die Nacht Leuchtsticks auf der Strecke, die den Läufern auch bei Nacht den Weg weisen. Am nächsten Morgen markiere ich mit Chuck gemeinsam die letzten 10 km bis zum Ziel, bevor ich vor Ende des Laufes die Heimreise antrete. Zurück in Urumqi erfahre ich, dass in der Nacht ein Sandsturm mehrere Zelte im Lager einfach weggerissen hat – die Wüste ist einfach unberechenbar.

Thomas Bohne

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Erkundung

Nach vier Flügen und 36 Stunden Reisezeit befinde ich mich in Hotan, einer Wüstenstadt im äußersten Südwesten Chinas. Racing The Planet veranstaltet den ersten Lauf der 100 km-Serie in der zweitgrößten Sandwüste der Erde – der Taklamakan. Gegen ein Uhr nachts öffnet mir ein kleiner drahtiger Franzose das Hotelzimmer. Pierre ist Bergführer aus der Eliteschule in Chamonix und organisierte die legendären Raid Gauloises.



Mit unserem Übersetzer Mahmud und dem Fahrer – den wir “K” nennen – bilden wir das Course Team für Racing the Planet. Wir sind eine Woche vor dem Start angereist um eine geeignete Strecke für den Lauf zu erkunden. Wir vermessen einzelne Abschnitte mit GPS, fügen sie geeignet zusammen und markieren sie kurz vor dem Rennen mit roten Fähnchen sowie bei Bedarf mit Leuchtsticks.

Fahl und staubig reihen sich die Bäume entlang der Piste, nur wenige Kilometer sind asphaltiert. Immer wieder überholen wir spektakulär beladene Eselkarren, die dann in einer dichten Wolke im Rückspiegel verschwinden. An einem kleinen See halten wir, und ich bemerke ein Runzeln auf Mahmuds Stirn: Der Wasserspiegel ist innerhalb einer Nacht um zwei Meter gesunken. Diese kleine Oase soll eigentlich als Zielbereich für die Läufer dienen, doch in einer Woche müssen die Läufer wahrscheinlich nach Wasser graben.

Tuslukotak

Nach drei Stunden erreichen wir das Dorf Tuslukotak. Die Bewohner beschnuppern mich im wahrsten Sinne des Wortes und bilden Trauben um jene Menschen, die sie noch nie zuvor gesehen haben. Mahmud kauft Naanbrot mit Walnüssen und viel Wasser. In den folgenden Tagen besuche ich Tuslukotak immer wieder und ein Basketballspiel mit dem halben Dorf bricht auch am Ende der Welt jegliches Eis. Nur die Ziege auf dem Platz ist nicht sonderlich begeistert.

Wir erkunden die Gegend nördlich vom Dorf und folgen einem ausgetrockneten Flussbett. Die Fahrspuren sind längst verweht in dieser trostlosen Landschaft und nur mit Mühe und viel Schwung kommen wir voran. Oft zweigen wir ab und suchen nach geeigneten Passagen für die Läufer. Sanddünen sind tückisch, denn sie sind nur von der windzugewandten Seite befahrbar und fallen auf der anderen steil ab. K ist besorgt, denn immer öfter schaufeln wir die Räder mühsam aus dem heißen Sand und die Dornenbüsche haben tiefe Furchen im Lack hinterlassen. Am Abend vermesse ich einen Abschnitt zu Fuß. Das sind meine ersten Minuten allein in dieser Landschaft. Die Dämmerung setzt ein und die Dünen leuchten rot, ich genieße den lauen Wind.

Lunch Break

Hier leben fast ausschließlich Muslime, die jetzt im Fastenmonat Ramadan erst nach Sonnenuntergang, gemeinsam mit ihren Familien, auf den Holzpritschen vor dem Haus, zu Abend essen. Spät in der Nacht brennt unser kleines Feuer in den Dünen nahe des Dorfes und erhitzt Wasser in einer rußigen Kanne. Wir trinken Tee und essen Nudelsuppe mit Naan. Irgendwann legt sich jeder auf seine Iso-Matte und versucht zu schlafen. Das entfernte Bellen der Hunde und die Schreie der Esel halten mich wach und als sich der Wind legt, summen die Mücken angriffslustig über mein Gesicht. Erst am Morgen schlafe ich ein.

Dinner

Markierung

Zwischen den Dünen formen vertrocknete Baumstämme bizarre Skulpturen, ständig präsenter Sand und hohe Temperaturen ersticken jegliches Leben im Keim. Der Himmel ist grau, jedoch steigen die Temperaturen nachmittags merklich an. Kurze wolkenfreie Abschnitte erinnern mich an das Spiel mit den Ameisen und der Lupe.

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Die ersten 17 Kilometer liegen vor mir und müssen mit Fähnchen markiert werden. Trotz GPS fällt mir die Orientierung schwer, denn Dünen sind als Fixpunkt im Dünenmeer nicht sonderlich hilfreich. Der Sand ist weich und ich sinke tief ein, die kurzen Anstiege kosten Kraft. Nach 2,5 Stunden und 400 Höhenmetern komme ich am geplanten Treffpunkt an und warte auf unser Fahrzeug, das jedoch weit entfernt im Sand feststeckt. Meine Planung war recht optimistisch, denn das Wasser ist bereits aufgebraucht. Zwei Stunden später beginne ich den grünen Tee vom Morgen zu kauen und wäge meine Optionen ab. Bis zum Dorf sind es 30 km Wüste, bis zum Fluss 15 km – beides ziemlich tödlich bei 42 Grad im nicht vorhandenen Schatten. Erst nach insgesamt fünf Stunden höre ich das bekannte Stöhnen des Motors aus der Ferne und bin unendlich erleichtert.


Pierre markiert die Strecke am fast trockenen Black Jade River, während Mahmud und K entfernt stromabwärts unbeschwert baden und ich mir mit der hüfttiefen braunen Brühe die Schicht aus Dreck und Sonnencreme abwasche. Aggressive Mückenschwärme jagen Pierre auf seinem Weg durch das Gestrüpp, bis er im Flussbett kurz inne hält und mit beiden Füßen in den Treibsand sinkt. Mit aller Kraft zieht er an einem Schenkel, während sich das andere Bein hüfttief in den Schlick drückt. Wie eine Eidechse kriecht er auf allen Vieren durch den Schlamm ans rettende Ufer. Als er Stunden später in Schlamm paniert vor uns steht, lachen wir über sein haarsträubendes Erlebnis und planen diesen Abschnitt neu.

Am Abend schlachtet das Dorf ein Schaf und hängt den Kadaver zum Verkauf an die Kreuzung. Mahmud reiht sich in die Schlange der Einheimischen ein und kauft uns Fleisch, Mahmud mag Leber. Nach langer Fahrt durch die Nacht erreichen wir einen geeigneten Schlafplatz und suchen in absoluter Finsternis Feuerholz. Die Stirnlampen leuchten nur wenige Meter, denn der Wind treibt feinen Sand durch die Luft. Etwas später sitzen wir hinter einer Düne und drehen Stöcke mit frischem Lammfleisch über der heißen Glut. Der Sand weht mir kühl ins Gesicht und ich beobachte das spritzende Fett in den Flammen. Gegen drei Uhr schlafen wir erschöpft ein.



Rennen

“Nie wieder Strandurlaub” lautet der Kommentar eines Läufers nach dem Taklamakan Ultramarathon. Am Rande einer endlos erscheinenden Straße, etwa 120 km nördlich von Hotan, hält der Reisebus mit den 40 Athleten. Hagere Läufer mit rasierten Beinen stehen neben tätowierten Bullen mit Dreitagebart, allesamt vermummt und bepackt für die gemeinsame Herausforderung. Pfeifend bläst der Wind den Sand über die Dünen, als sie um 18:00 Uhr über ein grenzenlos erscheinendes Dünenmeer blicken.



Eric LaHaile läuft allen davon. Für Eric beginnt hier die schönste Etappe des Laufes, denn bereits zwei Stunden später verschwindet das Sonnenlicht am Horizont und die Temperaturen fallen auf frische 21 Grad. Mond und Stirnlampe leuchten nun die nächsten Meter des Kurses aus. Lediglich die dumpfen Schritte im Sand und das Knarzen des Rucksacks sind hörbar – es herrscht eine schier unwirkliche Stille in dieser gigantischen Landschaft. Tausende Leuchtsticks weisen den Pfad durch die Nacht, lediglich im Dorf verschwinden die Leuchtsticks wie von Geisterhand. Während ich nachts im Dorf neue Leuchtsticks verteile, kontrolliert Pierre die Markierungen zum nächsten Checkpoint, denn ein Sturm zieht auf und vier Koreaner befinden sich noch auf diesem Abschnitt. Als er am nächsten Checkpoint eintrifft, ist eine gewisse Nervosität zu spüren, denn von den Koreanern fehlt jede Spur. Wie sich später herausstellt, schliefen die vier friedlich neben der Strecke, als er sie passierte.



Kurz hinter der Kreuzung in Tuslukotak, an der vorher noch das Schaf hing, befindet sich das kleine Zelt des Checkpoints bei Kilometer 70. Die beiden freiwilligen Helfer sind nicht zu sehen, denn bis spät in die Nacht steht eine Traube von bis zu 50 Einheimischen, dicht gedrängt um das Zelt und beobachtet gespannt jede Bewegung der zwei weiblichen blonden Volunteers. Als Eric in Sichtweite gerät, jubelt ihm die Masse entgegen, die Kinder beherrschen mittlerweile die La Ola. Wie bei diesen Events üblich, werden sie in das Geschehen eingebunden und reichen den ausgezehrten Läufern saftige Wassermelonen als Erfrischung. Die freiwilligen Helfer schlafen nur wenige Minuten in den beiden Nächten, verbreiten jedoch jederzeit beste Laune.

Am Ende verlassen auch Eric die Kräfte. Er gewinnt aber den Lauf in weniger als 12 Stunden und absolviert damit fast die gesamte Strecke bei Nacht. “Das letzte Mal, dass ich einen anderen Läufer gesehen habe, war drei Minuten nach dem Start” lautet sein Kommentar nach dem Zieleinlauf. Der Zweitplatzierte erreicht die nun wasserlose Oase über zwei Stunden nach ihm. Wer das Rennen vorzeitig beenden muss, den erwartet ein nicht weniger abenteuerlicher Ritt auf einem Kamel bis zum nächsten Checkpoint. Selten treffen so unterschiedliche Kulturen und einzigartige Persönlichkeiten aufeinander und entwickeln sich während des Rennens zu Freunden fürs Leben. Der Respekt vor den Strapazen des Laufes und die Faszination gegenüber der einzigartigen Landschaft verbindet uns alle und so wird jeder Finisher gebührend empfangen und gefeiert. 35 der Läufer erreichten das Ziel, darunter 5 Frauen und ein blinder Läufer aus Südkorea.